Bosnien-Herzegowina mit neuem Trainer Robert Prosinecki zur EM 2020

Die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina hat es nicht sonderlich leicht. Denn noch immer ist das Land, das sie repräsentieren, arg gespalten. Muslimische Bosnier, orthodoxe Serben und katholische Kroaten haben voneinander getrennte, öffentliche Leben. Daher wird die Nationalmannschaft auch von weiten Teilen der eigenen Bevölkerung nicht unterstützt. Stattdessen liegen die Hoffnungen der Bevölkerung bei der serbischen oder der kroatischen Mannschaft. Nun hat der Fußballverband des Landes einen neuen Trainer: Der Kroate Robert Prosinecki soll die Mannschaft zur Europameisterschaft 2020 führen. Ein Signal zur Einigkeit, so erhoffen sich viele Funktionäre des Verbandes, die den 48-jährigen einstimmig zum Chefcoach gewählt haben.

Foto: Robert Prosinecki/Imago/Bildbyran

Die größten Erfolge mit Roter Stern Belgrad und Dinamo Zagreb

Prosinecki ist in Deutschland, in Schwenningen geboren, begann seine fußballerische Karriere allerdings in seiner kroatischen, damals noch jugoslawischen, Heimat. In seiner Jugend war er bis 1980 bei den Stuttgarter Kickers unterwegs, ehe es ihn zu Dinamo Zagreb zog. 1987 wechselte er dann zu Roter Stern Belgrad und wurde mit dem Team dreimal jugoslawischer Meister, sowie nationaler Pokalsieger und er war Teil der Mannschaft, die 1991 den Europapokal der Landesmeister holte. Nach diesen Erfolgen wurde auch das Ausland auf ihn aufmerksam und er spielte von 1991 bis 1997 in Spanien, zunächst bei Real Madrid, später auch bei Real Oviedo, dem FC Barcelona und am Ende für den FC Sevilla, ehe er wieder zurück nach Kroatien ging. Dort spielte er wieder für Croatia Zagreb (jetzt Dinamo Zagreb) und wurde dreimal kroatischer Meister sowie kroatischer Pokalsieger. Nach einem kleinen Abstecher zum FC Portsmouth nach England beendete er seine aktive Karriere in der Heimat bei NK Zagreb.

Trainer der aserbaidschanischen Nationalmannschaft

Seine Trainerkarriere begann Prosineck als Co-Trainer der kroatischen Nationalmannschaft unter Slaven Bilic von 2006 bis 2010, wurde schließlich Cheftrainer von Roter Stern Belgrad von 2010 bis 2012 und war ein Jahr für den türkischen Klub Kayserispor (2012-2013) tätig. Von 2014 bis 2017 war er Cheftrainer der Nationalmannschaft von Aserbaidschan, trat in der WM-Qualifikation gegen Deutschland an. Doch trotz eines guten Starts in die Qualifikation verpasste Aserbaidschan die Weltmeisterschaft in Russland.

Die bosnische Mannschaft schlug sich nicht schlecht bei der WM-Quali

Bosnien-Herzegowina hatte eine, für die Verhältnisse des Landes, sehr erfolgreiche Qualifikation für die WM 2018. Denn immerhin landete der Außenseiter in der Gruppe H auf den dritten Tabellenplatz, hinter Belgien und Griechenland. Zwei Punkte fehlten der Mannschaft am Ende, um die Griechen vom zweiten Platz zu verdrängen, gegen die während des gesamten Wettbewerbs nicht verloren wurde. Bekannte bosnische Spieler sind beispielsweise Miralem Pjanic von Juventus Turin oder Edin Dzeko von der AS Rom. Auch Sead Kolasinac, Linksverteidiger beim FC Arsenal und vormals beim FC Schalke 04, hat einen hohen Bekannheitsgrad.

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