Deutschland bei der U21 EM 2017

Die U21 Europameisterschaft wird zwischen dem 16. und 30. Juni in Polen ausgetragen. Insgesamt 52 Mannschaften waren in der Qualifikation vertreten und spielten in sieben Gruppen zu je sechs Mannschaften und zwei Gruppen zu je fünf Mannschaften gegeneinander. Auch Deutschland musste in dieser Qualifikation zeigen, was es draufhat. In der C geht es gegen Tschechien, Dänemark und Italien – keine leichte Aufgabe also. Zwölf Mannschaften sind in der Endrunde noch mit von der Partie. Insgesamt gibt es drei Gruppen.

Deutschland und die Qualifikation

Für die deutsche U21 begann die Qualifikation am 8. September 2015 mit einem Spiel gegen Aserbaidschan. In der Qualifikationsgruppe sieben konnte sich die DFB-Auswahl eine weiße Weste bewahren und beendete alle zehn Spiele mit einem Sieg. Mit 35 Toren und acht Gegentreffern wurde die deutsche Mannschaft das beste Team der Gruppe und qualifizierte sich damit direkt für die Endrunde. Hier die Ergebnisse in der Qualifikation:

  • Aserbaidschan gegen Deutschland 0:3
  • Deutschland gegen Finnland 4:0
  • Färöer-Inseln gegen Deutschland 0:6
  • Deutschland gegen Aserbaidschan 3:1
  • Deutschland gegen Österreich 4:2
  • Deutschland gegen Färöer-Inseln 4:1
  • Russland gegen Deutschland 0:2
  • Finnland gegen Deutschland 0:1
  • Deutschland gegen Russland 4:3
  • Österreich gegen Deutschland 1:4

Das knappeste Spiel war damit das 4:3 gegen Russland, doch alle anderen Partien konnten teilweise sehr deutlich uns souverän gewonnen werden. Die deutsche U21 Mannschaft gilt nicht umsonst als einer der Top-Favoriten auf den Titel.

Deutschland und die Ergebnisse bei vergangenen Europameisterschaften

Das erste Mal nahm eine U21-Nationalmannschaft 1982 an einer EM teil, damals kam die Mannschaft bis ins Finale, musste sich dann aber England geschlagen geben. 1990, 1992 zbd 1996 kam das Team jeweils bis ins Viertelfinale, 1998 in Rumänien wurde die Mannschaft fünfter. 2000 und 2002 verfehlte die U21 die Qualifikation, bei der Heim-EM 2004 scheiterte das Team in der Vorrunde, ebenso wie 2006 in Portugal. Den bisher größten Erfolg gab es 2009 in Schweden: Im Finale konnte sich Deutschland gegen England durchsetzen und feierte den ersten und bisher einzigen EM-Titel in der Geschichte des DFB-Nachwuchses.

Deutschland in der Gruppe C

In der Gruppenphase spielt Deutschland in der Gruppe C gemeinsam mit

  • Tschechien
  • Dänemark
  • Italien

In dieser Gruppe steht Deutschland klar als Favorit da – wobei Italien sicherlich die schwierigste Hürde darstellen wird. Die Italiener konnten sich mit 7 Siegen und 3 Remis ohne Niederlage in der Qualifikation behaupten und konnten sich so direkt für die Gruppenphase qualifizieren. Mit 17 Treffern und nur drei Gegentoren bewiesen die Italiener dabei ihre große Stärke in der Defensive. Sie konnten sich in der Gruppe 2 gegen Serbien, Slowenien, Irland, Litauen und Andorra durchsetzen.
Die Mannschaft aus Dänemark konnte in der Gruppe 5 ebenfalls als Gruppensieger die direkte Qualifikation für die Endrunde erreichen, gewann 9 Spiele und spielte einmal Unentschieden. 24 Tore und 3 Gegentreffer beweisen die Stärke unserer nördlichen Nachbarn. Gegen Bulgarien, Rumänien, Wales, Luxemburg und Armenien stellte die Qualifikation für die starken Nordeuropäer keine große Hürde dar.
Bei den Tschechen ist die Qualifikation ebenfalls glatt gelaufen, mit 7 Siegen, 2 Unentschieden und einer Niederlage reichte es mit 23 Punkten für den Gruppensieg in der Gruppe eins mit Belgien, Montenegro, Malta, Lettland und Moldawien. Es sind somit keine Mannschaften in der Deutschland Gruppe, die sich als Gruppenzweiter in den Playoffs behaupten mussten – ein Vorteil oder ein Nachteil?

Die Termine für Deutschland

Erst einmal stehen für die deutsche Mannschaft nur drei Termine fest, denn zuerst muss ja die Gruppenphase abgeschlossen werden. Hier die Terminübersicht:

  • 18. Juni um 18:00 Uhr in Tychy: Deutschland gegen Tschechien
  • 21. Juni um 20:45 in Krakau: Deutschland gegen Dänemark
  • 24. Juni um 20:45 Uhr in Tychy: Italien gegen Deutschland

Der Kader der deutschen U21-Mannschaft

Seit dem 17. Mai steht fest, wen Trainer Stefan Kuntz mit nach Polen nehmen wird. Die Kaderabstimmung war dieses Mal eine besondere Herausforderung, denn bei der A-Mannschaft steht der Confed Cup an und die U20 bestreitet die Weltmeisterschaft in Südkorea. Daher musste eine ganze Menge Abstimmungsarbeit sowohl mit Joachim Löw und mit Horst Hrubesch geleistet werden – wer spielt A-Mannschaft, wer spielt U21 und das alles vor dem Hintergrund, dass das ganz große Ziel die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland sein wird. Es wurde folgender Kader für die EM in Polen bekanntgegeben:

  • Tor: Jannik Huth (1. FSV Mainz 05), Julian Pollersbeck (1. FC Kaiserslautern), Marvin Schwäbe (Dynamo Dresden)
  • Abwehr: Timo Baumgartl (VfB Stuttgart), Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg), Gideon Jung (Hamburger SV), Thilo Kehrer (FC Schalke 04), Marc-Oliver Kempf (SC Freiburg), Lukas Klünter (1. FC Köln), Niklas Stark (Hertha BSC), Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen), Jeremy Toljan (TSG 1899 Hoffenheim)
  • Mittelfeld/Sturm: Nadiem Amiri (TSG 1899 Hoffenheim), Waldemar Anton (Hannover 96), Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg), Mahmoud Dahoud (Borussia Mönchengladbach), Serge Gnabry (SV Werder Bremen), Janik Haberer (SC Freiburg), Dominik Kohr (FC Augsburg), Max Meyer (FC Schalke 04), Levin Öztunali (1. FSV Mainz 05), Maximilian Philipp (SC Freiburg), Felix Platte (SV Darmstadt 98), Davie Selke (RB Leipzig), Mitchell Weiser (Hertha BSC)

Die Torwartfrage ist laut Trainer Kuntz noch nicht abschließend geklärt. „Wir wollen das Trainingslager erst einmal abwarten, dann entscheiden wir uns noch für eine Nummer 1 im Tor“, so Kuntz während der Pressekonferenz zur Kaderbekanntgabe. Julian Pollerbeck ist derzeit die Nummer eins im Tor des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und kommt ursprünglich aus der Jugend von Wacker Burghausen. In der gegenwärtigen Saison stand er 30-mal im Tor der Lauterer. Auch Marvin Schwäbe hat eine Menge Erfahrung in der 2. Liga gesammelt und spielt bei Dynamo Dresden die Rolle der Nummer 1. 33-mal stand er für die Sachsen in der 2. Liga im Tor und ist seit 2016 im Verein. Ausgebildet wurde er bei Eintracht Frankfurt, er sammelte aber auch in Hoffenheim und Osnabrück Erfahrungen. Der dritte im Bunde ist Jannik Huth, der momentan beim Erstligisten 1. FSV Mainz im Tor steht und die letzten sechs Wochen durchspielen konnte.

Die Defensive: Ein Debütant

Die größte Überraschung im Kader bei den Defensivkräften ist sicherlich der 20-jährige Lukas Klünter. Der Abwehrspieler des 1. FC Köln bekommt damit sein Debüt bei der U21. Er stand bisher siebenmal für die U20 und 3-mal für die U19 auf dem Platz. Klünter konnte in der laufenden Saison für den Effzeh 17-mal auf dem Platz stehen und bringt in diesem Bereich viel Erfahrung mit. Die vier wichtigsten Defensivspieler im Kader der U21 sind aber sicherlich

  • Jonathan Tah
  • Yannick Gerhardt
  • Niklas Stark
  • Mitchell Weiser

Alle vier Spieler haben in der laufenden Saison für ihre Vereinsmannschaften wichtige Rollen in der 1. Bundesliga gespielt und werden für die Defensive der Nationalmannschaft sicherlich das Rückgrat bilden.

Das Mittelfeld: Kuntz setzt auf Erfahrung

Im Mittelfeld geht es Stefan Kuntz wohl am ehesten um Erfahrung. Mit Mahmoud Dahoud, Max Meyer, Serge Gnabry und Maximilian Arnold stehen vier Spieler zur Verfügung, die in der Liga außerordentlich gute Leistungen gebracht haben und dem Mittelfeld der U21 Halt und Stabilität geben sollen.

Der Sturm: Felix Platte gibt sein Debüt

Durch den Abgang von Timo Werner zur A-Nationalmannschaft kam Stefan Kuntz in die unangenehme Situation, einen neuen und vor allem effektiven Stürmer zu suchen. Ausgerechnet beim Bundesligaabsteiger SV Darmstadt 98 ist Kuntz fündig geworden: Felix Platte, der sich derzeit in Vertragsverhandlungen mit dem FC Schalke 04 befindet, soll in der U21 sein Debüt geben. Ob er eingesetzt wird, ist freilich noch eine ganz andere Sache, schließlich verfügt Kuntz mit Davie Selke, Maximilian Philipp und Levin Öztunali noch über einige Offensivkräfte, die über viel Qualität verfügen.

Foto: Vlad1988 / Shutterstock.com

Der Klassiker nun wieder im Nachwuchsbereich: Deutschland gegen Italien

Ein Klassiker der Fußballgeschichte, zumindest was die A-Senioren angeht: Deutschland gegen Italien werden wir bei der U21 im Laufe der Gruppenphase zu sehen bekommen. Dabei haben die beiden Nachwuchsmannschaften erst einmal gegeneinander gespielt. Dieses bisher einzige Duell zwischen der DFB-Auswahl und den Italienern konnten die Deutschen zumindest für sich entscheiden. 2009 standen sich beide in Helsingborg im Halbfinale gegenüber, damals war es Andreas Beck, der das Spiel mit seinem Treffer in der 48. Minuten entscheiden konnte. Damals konnte Deutschland auch das Finale gewinnen. Die Aufstellungen sahen wie folgt aus:

  • talien: Consigli, Motta (86. Pisano), Andreolli, Criscito, Morosini, Acquafresca (79. Paloschi), Giovinco, Bocchetti, Candreva (68. Abate), Cigarini, Balotelli
  • Deutschland: Neuer, Beck, Boenisch, Höwedes, Boateng, Aogo, Dejagah (86. Wagner), Johnson, Marin (54. Ben-Hatira), Özil (90.+1 Hummels), Castro

Auf beiden Seiten also große Namen. Trainer der Italiener wird bei der bevorstehenden EM Luigi Di Biagio sein. Er spielte in seiner Jugend bei Lazio, bei Foggia gelang ihm in den 1990er Jahren der Durchbruch. Er spielte unter anderem auch bei Inter Mailand und bei Brescia. 31-mal war er für die italienische Nationalmannschaft im Aufgebot und erreichte das Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft 1998, verschoss im Elfmeterschießen gegen Gastgeber Frankreich den entscheidenden Elfmeter. Als Trainer begann er 2008 bei kleineren Vereinen in Rom. Schließlich wurde er 2011 U20 Nationaltrainer und wurde 2013 Chef der U21. Er kam mit seiner Mannschaft 2015 in die Endrunde, scheiterte dort aber in der Gruppenphase. Stefan Kuntz, Trainer der deutschen U21-Mannschaft, war bei seinen bisherigen Stationen als Spieler stets Leistungsträger. Am erfolgreichsten war er in Kaiserslautern, wo er 1990 den DFB-Pokal und ein Jahr später die deutsche Meisterschaft gewann. 1991 wurde er Deutschlands Fußballer des Jahres. Zweimal wurde er außerdem Torschützenkönig der Bundesliga und holte mit der deutschen Nationalmannschaft 1996 den EM-Titel. Trainer wurde er zunächst im Amateurbereich, später trainierte er in der 2. Bundesliga, ehe er ins Management wechselte. Um August 2016 übernahm er als Nachfolger von Horst Hrubesch die U21-Nationalmannschaft des DFB.

Zum zweiten Mal in Folge in der Gruppenphase gegen Tschechien

Das erste Spiel der Europameisterschaft bestreitet Deutschland allerdings gegen Tschechien. Gegen diese Mannschaft gab es bisher acht Pflichtspiele, wovon vier gewonnen werden konnten, nur einmal gab es für Deutschland eine Niederlage. Das Gesamttorverhältnis liegt bei 11:6. Die letzte Begegnung fand in der Endrunde 2015 in Deutschland statt und endete mit einem 1:1. So spielten die beiden Teams damals:

  • Tschechische Republik: Koubek, Kalas, Kadeřábek, Brabec, Petrák, Zmrhal, Kliment, Skalák (61. Masopust), Frýdek (79. Přikryl), Trávník (59. Krejčí), Hybš
  • Ter Stegen, Korb, Ginter, Günter, Schulz (90.+2 Hofmann), Can, Kimmich, Younes (64. Bittencourt), Heintz, Meyer (82. Malli), Volland

Damit kennen wir zumindest auf der deutschen Seite den einen oder anderen Spieler genauer. Trainer der Tschechen ist derzeit Vítězslav Lavička, der seine Karriere in seiner Heimatstadt Pilsen begann. Seinen Höhepunkt als Profispieler erreichte er jedoch als Spieler von Sparta Prag. Sieben Meisterschaften konnte er dort verbuchen. Seinen größten Erfolg als Trainer feierte er bei Slovan Liberec mit dem Gewinn der Meisterschaft 2006. Seit 2015 ist er (bereits zum zweiten Mal) Trainer der tschechischen U21-Mannschaft.

Fazit zur deutschen U21-Mannschaft

Genau wie die portugiesische Mannschaft leidet auch die deutsche U21-Mannschaft an der Teilnahme der A-Mannschaft am Confed Cup. Dennoch, mit dem Kader, den Kuntz am Dienstag vorgestellt hat, sollte sich die Mannschaft auch weiterhin zum Favoritenkreis zählen. Auch wenn mit Timo Werner ein wichtiger Stürmer fehlt. Der Sportwetten Anbieter bet-at-home sieht das ganz ähnlich und gibt für einen Gesamtsieg der DFB-Auswahl eine Quote von 3,70 aus. Damit ist Deutschland der Top-Favorit auf den Titel.

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