Deutschland sichert sich nach Krimi Remis gegen Slowenien

Die deutsche Handball Nationalmannschaft hat mit einem 25:25 gegen Slowenien den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde bei der Europameisterschaft in Kroatien geschafft. Doch dieses Spiel wird wohl allen Akteuren noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene und dem 24:25 für die Slowenen wurde Paul Druxt beim Wiederanwurf entgegen der Regel von drei Slowenen im Mittelkreis beim Anwurf behindert. Druxt hatte das leere Tor des Gegners im Visier und wollte in letzter Sekunde den Ausgleich erzielen. Es hätte also Siebenmeter geben müssen. Aber erst nach dem Protest von Deutschlands Torwart Silvio Heinevetter schauten sich die litauischen Schiedsrichter die Szene wieder und wieder an und entscheiden am Ende tatsächlich auf Siebenmeter.

Deutschland verpennt die erste Halbzeit

Tobias Reichmann bewies daraufhin Nervenstärke und verwandelte zum Ausgleich, der Deutschland in die Hauptrunde der Europameisterschaft bringt. Doch wir würden dem Spiel wohl kaum gerecht werden, wenn wir nur diese eine letzte Szene als dramatisch bezeichnen würden, denn beide Teams machten die Partie unglaublich spannend. In der ersten Halbzeit zeigte sich der amtierende Europameister von der Stimmung in der Halle tief beeindruckt, denn gefühlt handelte es sich hier für die Slowenen um ein Heimspiel. Dementsprechend traten die Slowenen auch auf und überrumpelten die deutsche Mannschaft. Torhüter Andreas Wolff bekam kaum einen Ball zu fassen und Bundestrainer Christian Prokop ersetzte ihn relativ früh durch Heinevetter. Aber das half nichts, ebenso wenig wie die zahlreichen Umbauten des Mittelblocks in der Abwehr – die absolut überfordert war. Vor allem der Slowene Zarabec kam immer wieder durch. Am Ende der ersten Halbzeit stand es 15:10 und die Hoffnung, dass Deutschland das Spiel noch einmal drehen könnte, waren gering.

Foto: Tobias Reichmann/Imago/Camera 4

Aufholjagd und emotionale Schlussminuten

Doch nach der Pause zeigte die DHB-Auswahl ein anderes Gesicht und setzte mit zwei schnellen Treffern ein deutliches Zeichen. Durch Hendrik Pekeler ging die deutsche Mannschaft beim Stand von 21:20 zum ersten Mal in Führung, allerdings knickten die Slowenen nicht ein, bis zu den dramatischen Schlussminuten und dem spannenden Ende.

Slowenien legt Protest gegen die Entscheidung der Schiedsrichter ein

DHB-Vizepräsident Bob Hanning sagte nach dem Spiel: „Wir sind mit zwei blauen Augen davongekommen“ und Probop meinte „Ich bin froh, dass es den Videobeweis gibt und glücklich, dass Tobias Reichmann die Nerven behalten hat.“ Die Slowenen haben am Ende dann doch noch Protest gegen die Entscheidung der Schiedsrichter eingelegt, doch dem sieht der DHB gelassen entgegen, wie der Verband mitteilte: „Die Schiedsrichter haben die Möglichkeit des Videobeweises genutzt und die letzten Sekunden intensiv begutachtet. Ihre finale Entscheidung ist regelkonform. Die sportliche Enttäuschung unseres Gegners ob des dramatischen Spielendes verstehen wir, aber einem Protest der slowenischen Delegation sehen wir gelassen entgegen.“ Für Deutschland wird es jetzt zunächst am Mittwoch gegen Mazedonien gehen, in der Hauptrunde warten die beiden hochkarätigen Gegner Dänemark und Spanien.