Die Handball EM 2018

Die Handball Europameisterschaft in Kroatien steht uns bevor, ab dem 12. Januar geht es rund und für die deutsche Nationalmannschaft steht die Titelverteidigung auf dem Programm. Mit Bundestrainer Christian Prokop soll der EM-Titel zum dritten Mal geholt werden und damit der Erfolg von 2016 wiederholt werden. Für das DHB-Team geht es am 13. Januar zum ersten Vorrundenspiel gegen Montenegro. Danach warten als nächste Gegner Slowenien am 15. Januar sowie Mazedonien am 17. Januar. Die Spiele der deutschen Mannschaften werden live im Free-TV zu sehen sein, alle anderen Spiele zwar auch kostenlos, allerdings im Internet als Livestream. Genauere Infos hierzu sowie alle anderen wichtigen Aspekte haben wir hier zusammengestellt.

Das sind die Spielorte bei der EM 2018

Bereits die Europameisterschaft 2000 fand in Kroatien statt, für das osteuropäische Land ist die 13. EM also bereits die zweite. Vier Arenen stehen für die Spiele zur Verfügung, die deutsche Mannschaft wird alle Vorrundenspiele der Gruppe C in Zagreb absolvieren. Sollte es Deutschland in die Finalrunde schaffen, dann kann das Team gleich dort bleiben, denn auch alle Spiele der Endrunde werden in Zagreb absolviert. Die anderen Gruppenspiele finden in Split (Gruppe A), in Varazdin (Gruppe D) sowie in Porec (Gruppe B) statt. In Zagreb finden in der Multifunktionshalle 15.200 Zuschauer einen Platz, in der Spaladium Arena in Split kommen 12.500 Fans unter und in Varazdin, einer 47.000 Einwohner.Stadt im Norden des kleinen Landes, hat die Gradska dvorana Platz für insgesamt 5.200 Zuschauer. In Porec steht mit der Sportska dvorana Zatika die kleinste EM-Halle, in der 3.700 Fans die Spiele sehen können.

Das ist der Modus bei der Europameisterschaft 2018

Anders als bei Fußball Europameisterschaften, kommt es nach der Vorrunde nicht automatisch zu den K.O.-Spielen. Denn nach den Spielen in der Vorrunde, an der insgesamt 16 Mannschaften teilnehmen, kommen die besten drei Teams einer Gruppe in die nächste Runde, einer zweiten Gruppenphase, die allerdings nur noch aus zwei Gruppen besteht. Dabei werden die Mannschaften die Punkte aus der ersten Gruppenphase mitnehmen – es ist also auch wichtig, möglichst zum Beginn des Turniers schon Punkte zu sammeln. Der erste und der Zweite dieser Zwischenrunde kommt dann jeweils in das Halbfinale, das am 26. Januar ausgetragen wird. Die Gewinner stehen sich dann im Finale am Sonntag, den 28. Januar, im Finale in Zagreb gegenüber.

Die Favoriten auf den Titel bei der EM 2018

Die Top-Favoriten auf den EM-Titel sind sicherlich die Mannschaften aus Dänemark und Frankreich, auch wenn Bob Hanning, der DHB-Vizepräsident, optimistisch auf einen positiven Turnierverlauf für die deutsche Mannschaft schaut: „Wir sind in der Lage, jede Mannschaft in Europa zu schlagen. Diesen Anspruch müssen wir auch selbstbewusst vertreten – allerdings in dem Wissen, dass wir da oben in der Weltspitze nicht alleine sind.“ Die Handball-EM findet seit 1994 alle zwei Jahre statt. Rekord-Europameister mit vier Titeln ist Schweden. Deutschland durfte bereits zwei Mal den Pokal in die Höhe halten: 2004 und 2016. Von 2006 bis 2014 teilten sich Frankreich und Dänemark abwechselnd den Pokal.

Foto: Deutsche Handballnationalmannschaft/Imago/Sven Simon

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft sorgt für Diskussionsstoff

Bundestrainer Prokob hat sich nach den beiden Vorbereitungsspielen gegen Island auf einen Kader festgelegt. Dabei strich der Coach überraschend drei EM-Helden von 2016 aus dem Team, mit Finn Lemke, Rune Dahmke sowie Fabian Wiede fehlen damit drei Europameister in der Mannschaft. Auch Marian Michalczik aus Minden ist zunächst nicht mit dabei. Vor allem die Nicht Berücksichtigung von Abwehrbollwerk Lemke sorgt für Verwirrung. Der frühere Welthandballer Daniel Stephan kann dies nicht so ganz nachvollziehen: „Wenn diese Entscheidungen nicht zum erhofften Erfolg führen, kann das natürlich für ihn zum Bumerang werden“, sagte Stephan: „Viele verstehen diese Kaderplanung nicht so ganz.“ Anstatt also weiterhin auf den 2,10 und 115 Kilo-Mann Lemke zu vertrauen, kommen statt ihm und Wiede die beiden Rückraumspieler Maximilian Janke und Bastian Roscheck von Prokobs Ex-Klub DHfK Leipzig mit nach Kroatien. „Es sieht schon irgendwie ein wenig komisch aus, dass Roscheck und Janke von seinem ehemaligen Verein Leipzig den Vorzug bekommen haben“, sagte Stephan. „Prokop geht mit diesen Entscheidungen natürlich ein ziemliches Risiko ein“, sagte Stephan: „Der Druck wird damit nicht weniger, im Gegenteil. Aber wir sollten nun alle erst mal abwarten, wie die Leistungen und das Ergebnis bei der EM in Kroatien sind“. Der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand glaubt trotz der Kaderumstellungen an einen Erfolg: „Besser kann man nicht aufgestellt sei. Man sollte große Ziele haben. Mindestens das Halbfinale wird die deutsche Mannschaft schaffen. Davon bin ich überzeugt“, so Brand gegenüber dem SID. Hier der Kader in der Übersicht:

  • Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)
  • Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain)
  • Rückraum links: Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin)
  • Rückraum Mitte: Steffen Fäth (Füchse Berlin), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig)
  • Rückraum rechts: Kai Häfner (TSV Hannover Burgdorf), Steffen Weinhold (THW Kiel)
  • Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tobias Reichmann (MT Melsungen)
  • Kreis: Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Bastian Roschek (SC DHfK Leipzig)

Trotz des veränderten Kaders stehen die Chancen auf eine Titelverteidigung gut – Torhüter Andres Wolff sagte gegenüber der „Sport Bild“: „Ich halte uns für stärker als 2016. Ich denke daher, dass die aktuelle Mannschaft besser ist als die vor zwei Jahren. Deshalb ist es schon unser Anspruch, das Halbfinale zu erreichen.“ Und Prokob ergänzt: „Das Fundament für ein erfolgreiches Turnier wird in der Vorrunde gelegt. Wir wollen mit der optimalen Ausbeute in die Hauptrunde gehen.“ Die beiden Generalproben für die Vorrunde bei der EM 2018 konnte die deutsche Mannschaft mit Bravour hinter sich bringen. Die beiden Testspiele gegen Island konnten gewonnen werden. Beim ersten Mal gab es ein 36:29, wobei das Spiel über 50 Minuten klar kontrolliert werden konnte. Die besten Werfer waren Uwe Gensheimer mit sieben Treffern sowie Julius Kühn mit sechs Toren. Zwei Tage später trat die Mannschaft noch deutlicher auf: Mit 30:21 setzte sich die Mannschaft von Trainer Prokob durch und wiesen den Isländern damit einmal mehr ihre Grenzen auf. Rückraumspieler Philipp Weber, der nur 15 Minuten zum Einsatz kam, überzeugte dabei besonders und war, trotz der geringen Einsatzzeit, mit vier Treffern der beste deutsche Werfer, gemeinsam mit Gensheimer und Tobias Reichmann. Vor allem aber überzeugte er in der Defensive.

Das sind die Gruppen bei der EM 2018

Der amtierende Europameister bekommt es in Zagreb mit einer schwierigen, aber durchaus machbaren Gruppe zu tun. Zunächst werden schwere Gegner wie Schweden und Dänemark vermieden, wie bei der EM 2016 ist die Gruppe C die vorläufige Heimat der deutschen Nationalmannschaft. So sehen die Gruppen im Detail aus:

  • Gruppe A: Kroatien, Schweden, Serbien, Island
  • Gruppe B: Frankreich, Weißrussland, Norwegen, Österreich
  • Gruppe C: Deutschland, Mazedonien, Montenegro, Slowenien
  • Gruppe D: Spanien, Dänemark, Tschechien, Ungarn

Die ersten Gruppenspiele der DHB-Auswahl

Am 13. Januar um 17:15 muss das deutsche Team gegen Montenegro ran. Insgesamt hat Deutschland gegen diesen Gegner eine negative Bilanz. Drei Spiele hat es bisher gegeben, nur einmal gab es für die DHB-Auswahl einen Sieg zu feiern. Die beiden anderen Spiele wurden jeweils knapp verloren, alle drei Partien fanden in den Jahren 2012 und 2013 statt. Gegen Slowenien geht es am 15. Januar um 18:15 Uhr. Hier ist die Bilanz der deutschen Auswahl wesentlich besser: 16-mal traten die beiden Teams gegeneinander an, bisher gab es für die DHB-Auswahl noch keine Niederlage zu verzeichnen, einmal gab es ein Unentschieden. Zuletzt gab es ein Duell im Mai 201, Deutschland gewann mit 25:20. Im dritten Vorrundenspiel am 17. Januar um 20:30 Uhr geht es dann gegen Mazedonien. Viermal standen sich die beiden Teams bisher gegenüber, alle vier Spiele konnte die deutsche Auswahl für sich entscheiden. 1999 bei der ersten Begegnung gab es mit 25:36 dabei den höchsten Sieg. Zum letzten Mal gab es dieses Duell 2013, mit 28:23 gewann die deutsche Auswahl dieses Spiel.

Es geht auch um die olympischen Sommerspiele 2020

Es geht bei der Europameisterschaft auch wieder um die Qualifikation für die olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. Der Gewinner der EM qualifiziert sich automatisch für das Turnier, wenn Weltmeister Frankreich auch den kontinentalen Titel holt, dann wird der zweite EM-Finalist zu den olympischen Spielen reisen. Sechsweitere Plätze wird es bei den Qualifikationsturnieren geben.

Spielplan Gruppe A

  • Freitag, 12. Januar (18:15 Uhr): Schweden – Island
  • Freitag, 12. Januar (20:30 Uhr): Kroatien – Serbien
  • Sonntag, 14. Januar (18:15 Uhr): Serbien – Schweden
  • Sonntag, 14. Januar (20:30 Uhr): Island – Kroatien
  • Dienstag, 16. Januar (18:15 Uhr): Serbien – Island
  • Dienstag, 16. Januar (20:30 Uhr): Kroatien – Schweden

Spielplan Gruppe B

  • Freitag, 12. Januar (18:15 Uhr): Weißrussland – Österreich
  • Freitag, 12. Januar (20:30 Uhr): Frankreich – Norwegen
  • Sonntag, 14. Januar (18:15 Uhr): Österreich – Frankreich
  • Sonntag, 14. Januar (20:30 Uhr): Norwegen – Weißrussland
  • Dienstag, 16. Januar (18:15 Uhr): Frankreich – Weißrussland
  • Dienstag, 16. Januar (20:30 Uhr): Norwegen – Österreich

Spielplan Gruppe C

  • Samstag, 13. Januar (17:15 Uhr): Deutschland – Montenegro
  • Samstag, 13. Januar (19:30 Uhr): Mazedonien – Slowenien
  • Montag, 15. Januar (18:15 Uhr): Slowenien – Deutschland
  • Montag, 15. Januar (20:30 Uhr): Montenegro – Mazedonien
  • Mittwoch, 17. Januar (18:15 Uhr): Deutschland – Mazedonien
  • Mittwoch, 17. Januar (20:30 Uhr): Montenegro – Slowenien

Spielplan Gruppe D

  • Samstag, 13. Januar (18:15 Uhr): Spanien – Tschechische Republik
  • Samstag, 13. Januar (20:30 Uhr): Dänemark – Ungarn
  • Montag, 15. Januar (18:15 Uhr): Ungarn – Spanien
  • Montag, 15. Januar (20:30 Uhr): Tschechische Republik – Dänemark
  • Mittwoch, 17. Januar (18:15 Uhr): Tschechische Republik – Ungarn
  • Mittwoch, 17. Januar (20:30 Uhr): Spanien – Dänemark

Zwischenrunden-Spiele

  • Freitag, 19. Januar: Dritter Gr. C – Zweiter Gr. D
  • Freitag, 19. Januar: Zweiter Gr. C – Dritter Gr. D
  • Sonntag, 21. Januar: Erster Gr. C – Erster Gr. D
  • Sonntag, 21. Januar: Zweiter Gr. C – Zweiter Gr. D
  • Dienstag, 23. Januar: Dritter Gr. C – Erster Gr. D
  • Dienstag, 23. Januar: Erster Gr. C – Dritter Gr. D
  • Mittwoch, 24. Januar: Erster Gr. C – Zweiter Gr. D
  • Mittwoch, 24. Januar: Zweiter Gr. C – Erster Gr. D
  • Mittwoch, 24. Januar: Dritter Gr. C – Dritter Gr. D

Halbfinale

  • Freitag, 26. Januar (18:00 Uhr): Erster Zwischenrunde Gruppe 1 – Zweiter Zwischenrunde Gruppe 2
  • Freitag, 26. Januar (20:30 Uhr): Erster Zwischenrunde Gruppe 2 – Zweiter Zwischenrunde Gruppe 2

Finale und Spiel um Platz 3

  • Sonntag, 28. Januar (18:00 Uhr): Verlierer Halbfinale 1 – Verlierer Halbfinale 2
  • Sonntag, 28. Januar (20:30 Uhr): Gewinner Halbfinale 1 – Gewinner Halbfinale 2

TV-Übertragung und Livestreams

Die Spiele der deutschen Mannschaft werden, wie bereits erwähnt, abwechselnd von ARD und ZDF übertragen. Alle anderen Spiele gibt es auf Sportdeutschland.tv im Livestream im Internet zu sehen, auf vielen anderen Kanälen wird es nach den Partien Zusammenfassungen, Interviews und Hintergründe geben, wie zum Beispiel bei sport1.

Die bisherigen Titelträger bei der Europameisterschaft

Seit 1994 wird die Handball Europameisterschaft alle zwei Jahre ausgetragen. Schweden ist mit bisher vier Titeln der Rekordmeister, der inoffizielle Vorläufer der EM war der Ostseepokal, der von 1968 und 1989 stattfand. Deutschland konnte den Titel bisher zweimal gewinnen, 2004 siegte die Mannschaft im Finale gegen Gastgeber Slowenien mit 30:25 und 105 gewann die DHB-Auswahl in Polen mit 24:17 im Finale sensationell gegen Spanien. Hier die bisherigen Titelträger auf einem Blick:

  • 1994 in Portugal, Europameister Schweden, Vizemeister Russland
  • 1996 in Spanien, Europameister Russland, Vizemeister Spanien
  • 1998 in Italien, Europameister Schwede, Vizemeister Spanien
  • 2000 in Kroatien, Europameister Schweden, Vizemeister Russland
  • 2002 in Schweden, Europameister Schweden, Vizemeister Deutschland
  • 2004 in Slowenien, Deutschland, Vizemeister Slowenien
  • 2006 in der Schweiz, Europameister Frankreich, Vizemeister Spanien
  • 2008 in Norwegen, Europameister Dänemark, Vizemeister Kroatien
  • 2010 in Österreich, Europameister Frankreich, Vizemeister Kroatien
  • 2012 in Serbien, Europameister Dänemark, Vizemeister Serbien
  • 2014 in Dänemark, Europameister Frankreich, Vizemeister Dänemark
  • 2016 in Polen, Europameister Deutschland, Vizemeister Spanien

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