EM 2020: Die gescheiterten Bewerberstädte

Die Stadien, die als Austragungsorte für die Europameisterschaft 2020 infrage kommen, sind bereits bestimmt und festgelegt worden. Doch es gab noch wesentlich mehr Interessenten, als die 13 Arenen, die es bis zum Ende geschafft haben. Diese lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Die Städte, die sich erfolglos beworben haben und jene, die ihre Bewerbung wieder zurückgezogen haben. Wir haben uns beide Kategorien etwas näher angeschaut.

Das sind die abgelehnten Bewerber

Die 13 EM-Stadien sind bekannt, abgelehnt wurden folgende Stadien:

  • Wales Cardiff (Millennium Stadium)
  • Israel Jerusalem (Teddy-Kollek-Stadion)
  • Weißrussland Minsk (Traktar-Stadion, Renovierung)
  • Mazedonien Skopje (Philip-II-Arena)
  • Bulgarien Sofia (Wassil-Lewski-Nationalstadion)
  • Schweden Solna (Friends Arena)

Das Millennium Stadium in Cardiff wurde schon häufig für internationale Großereignisse genutzt:

  • Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999
  • Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007
  • Olympisches Fußballturnier 2012
  • Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2015
  • UEFA-Champions-League-Finale 2016/17

Doch auch auf nationaler Ebene kam dieser Spielort schon häufiger zum Einsatz. Mehrere Football League Finale, FA-Cup Finale und League Cup Finale stehen in der Bilanz. Insgesamt würden 74.500 Plätze zur Verfügung stehen. Das Teddy-Kollek-Stadion in Jerusalem wurde noch nicht so häufig für große Ereignisse genutzt. Das 1992 eröffnete Stadion hat Platz für 32.700 Zuschauer und wird von den beiden Vereinen Beitar Jerusalem und Hapoel Jerusalem genutzt. Die Arena war Spielort für die U21 Fußball Europameisterschaft 2013. Das Traktar-Stadion im weißrussischen Minsk wurde schon 1968 eröffnet, die letzte Renovierung war im Jahr 2000. Allerdings haben nur 17.568 Zuschauer dort Platz. Das letzte Mal, dass das Stadion für ein internationales Großereignis genutzt wurde, war für die Olympischen Sommerspiele 1980 – als Reservestadion für das Fußballturnier. Auch die Philip-II-Arena im mazedonischen Skopje hatte sich als Austragungsort beworben. Hier fand der UEFA Super Cup 2017 statt, 36.400 Zuschauer haben hier Platz. Eröffnet wurde es bereits im Jahr 1947 und zwischen 2011 und 2013 wurde der letzte Umbau abgeschlossen. Das Wassil-Lewski-Nationalstadion in Sofia/Bulgarien stand ebenfalls auf der Liste der Bewerber. Die 1953 eröffnete Arena, die dem Ministerium für Jugend und Sport unterstellt ist, dient sowohl ZSKA Sofia als auch Lokomotive Sofia als Heimstätte. Es wird außerdem für das Finale des bulgarischen Fußball-Pokals genutzt. Es bietet Platz für 46.340 Zuschauer. Eine sehr moderne Arena, die nicht bei der EURO 2020 zum Zuge kommen wird, ist die Friends Arena in der schwedischen Gemeinde Solna bei Stockholm. Das Stadion ist Heimstätte von AIK Solna hat schon mehrere Veranstaltungen gesehen, zum Beispiel

  • Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2013
  • Endspiel im schwedischen Fußballpokal der Männer (seit 2013)
  • Endspiel der Bandy-Elitserien 2013
  • Finale Melodifestivalen (seit 2013)
  • Endspiel der UEFA Europa League 2017

Das Stadion kann bei Bedarf überdacht werden, so dass verschiedene Sportereignisse hier stattfinden können.

Foto: Millennium Stadium/Imago/Arcaid Images

Diese Stadien haben ihre Bewerbungen zurückgezogen

Das Olympiastadion in Athen bewarb sich ebenfalls als Austragungsort, doch bereits 2014 wurde die Bewerbung wieder zurückgezogen. Schade eigentlich, denn die Arena wurde schon sehr oft als Spielstätte für die verschiedensten Großereignisse genutzt:

  • Leichtathletik-Europameisterschaften 1982
  • Endspiele des griechischen Fußballpokals (jährlich mit Unterbrechungen)
  • UEFA-Europapokal-der-Landesmeister-Finale 1983
  • Leichtathletik-Juniorenweltmeisterschaften 1986
  • UEFA-Europapokal-der-Pokalsieger-Finale 1987
  • UEFA-Champions-League-Finale 1994
  • Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1997
  • Olympische Sommerspiele 2004
  • Sommer-Paralympics 2004
  • UEFA-Champions-League-Finale 2007
  • Fußballspiele von AEK Athen (1985–1987 und 2004–heute)
  • Fußballspiele von Panathinaikos Athen (1984–2002 und 2004–2013)
  • Fußballspiele von Olympiakos Piräus (1984–1989 und 1997–2002)

Ein weiteres Stadion auf der Bewerberliste war die Astana Arena in Kasachstan. Dieses hat eine Kapazität von 30.000 Zuschauern und wird vom FK Astana sowie Bajterek Astana genutzt. Außerdem finden hier die Endspiele des Kasachischen Fußballpokals statt. Das größte Fußballstadion der Schweiz, der St. Jakob-Park war ebenfalls daran interessiert, Spiele der EM 2020 auszutragen, zog die Bewerbung dann aber wieder zurück. Das Stadion ist Heimstätte des FC Basel und das seit 1967. Diese Veranstaltungen waren dort bereits zu Gast:

  • Fußball-Weltmeisterschaft 1954
  • Finale Europacup der Cupsieger 1969
  • Finale Europacup der Cupsieger 1975
  • Finale Europacup der Cupsieger 1979
  • Finale Europacup der Cupsieger 1983
  • U-21-Fußball-Europameisterschaft 2002
  • Fußball-Europameisterschaft 2008
  • Finale UEFA Europa League 2016

Die Heimstätte von Roter Stern Belgrad, das Stadion Rajko Mitic, wollte sich ebenfalls als Austragungsort der EURO 2020 anpreisen. Auch hier wurden schon viele Veranstaltungen ausgetragen. Neben Spielen der serbischen, der serbisch-montenegrinischen sowie der jugoslawischen Fußballnationalmannschaft auch das Finale des Europapokals der Landesmeister 1972/73, das Halbfinale und das Finale der Fußball-Europameisterschaft 1976, das Finale des UEFA-Pokals 1978/79 und andere. Die Donbass-Arena in Donezk stand auch auf der Liste der Bewerberstätten – allerdings musste die Bewerbung zurückgezogen werden. In dieser Region der Ukraine herrscht noch immer Bürgerkrieg und das Stadion wurde teilweise zerstört. Folgende Stadien hatten sich ursprünglich ebenfalls beworben:

  • Frankreich Décines-Charpieu/Lyon (Parc Olympique Lyonnais)
  • Finnland Helsinki (Olympiastadion Helsinki)
  • Türkei Istanbul (Atatürk Olimpiyat Stadı)
  • Armenien Jerewan (Stadion Hrasdan)
  • Polen Polen (Warschau oder Chorzów)
  • Portugal Portugal (Lissabon oder Porto)
  • Tschechien Prag (Neues Nationalstadion)
  • Kroatien Zagreb (Stadion Maksimir)

Das sind die 13 Stadien, die ausgewählt worden sind

Die 13 tatsächlich ausgewählten Stadien sind:

  • Wembley Stadion in London
  • Allianz Arena in München
  • Nationalstadion Baku in Baku
  • Eurostadion in Grimbergen
  • Hampden Park in Glasgow
  • Olympiastadion in Rom
  • Krestowski-Stadion in Sankt Petersburg
  • Arena Nationala in Bukarest
  • Aviva Stadion in Dublin
  • Amsterdam Arena in Amsterdam
  • San Mamés in Bilbao
  • Neues Nationalstadion in Budapest
  • Parken in Kopenhagen

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