EM 2020 Stadion: Olympiastadion Rom

Jetzt steht die Qualifikation der Länder für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland an, danach bereiten sich die europäischen Länder schon wieder auf ein weiteres ganz besonderes Turnier vor: die Europameisterschaft 2020, für die noch keine genauen Termine feststehen. Wahrscheinlich wird die Europameisterschaft jedoch wieder von Juni bis Juli stattfinden. Fakt ist, dass es sich im Jahr 2020 um eine ganz besondere Europameisterschaft handelt. Die Europameisterschaft wird zum 16. Mal ausgetragen und feiert ihr 60-jähriges Jubiläum. Dieses Jubiläum war Anlass für die UEFA, die Europameisterschaft nicht nur in einem oder in zwei Ländern, sondern gleich in 13 Ländern und 13 Städten in Europa auszutragen. Einer der Gastgeber ist die italienische Hauptstadt Rom mit dem Olympiastadion. Das Olympiastadion ist die zweitgrößte Spielstätte während der Europameisterschaft, dort finden drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale statt.

Die Europameisterschaft 2020 – Kriterien für die Bewerbung

Der damalige UEFA-Präsident Michel Platini hatte die Idee, die Europameisterschaft 2020 nicht nur in einem oder zwei Ländern, sondern gleich in ganz Europa auszutragen. Die UEFA beschloss, die Europameisterschaft aufgrund des 60-jährigen Jubiläums einmalig in 13 Ländern und 13 Städten zu veranstalten. In zwölf Städten, darunter auch in Rom im Olympiastadion, werden jeweils drei Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale oder eine Viertelfinale ausgetragen, während die beiden Halbfinal-Spiele und das Endspiel in einer weiteren Stadt – in London im Wembley-Stadion – stattfinden. Im Januar 2013 wurden die Bewerbungskriterien beschlossen, jeder der 54 Nationalverbände konnte bis zu zwei Bewerbungen abgeben. Während eine Bewerbung für die Gruppenspiele sowie für ein Achtel- oder Viertelfinale abgegeben werden konnte, so war eine weitere Bewerbung für die beiden Halbfinalspiele und das Finale möglich. An die Stadien wurden besondere Kriterien gestellt, für die Halbfinalspiele und das Finale muss das Stadion mindestens Platz für 70.000 Zuschauer bieten – diese Kriterien erfüllen von den Austragungsstätten nur das Londoner Wembley Stadion mit 90.652 Plätzen und das Olympiastadion Rom mit 72.698 Plätzen. Für drei Gruppenspiele und ein Viertelfinalspiel war eine Kapazität von mindestens 60.000 Plätzen vorgeschrieben; für drei Gruppenspiele und ein Achtelfinalspiel wurde eine Kapazität von mindestens 50.000 Plätzen verlangt. Das Olympiastadion Rom erfüllt alle Anforderungen an eine Austragungsstätte für Spiele der Europameisterschaft 2020.

Das Olympiastadion Rom als Austragungsstätte für die Europameisterschaft 2020

Da die beiden Halbfinalspiele und das Finale im Londoner Wembley Stadion, der größten Spielstätte, ausgetragen werden, fiel die Wahl auf das Olympiastadion Rom für drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale. Wann diese Spiele stattfinden und welche Mannschaften sich gegenüberstehen, ist noch völlig unbekannt. Italien hat sich, so wie alle anderen zwölf Gastgeber, nicht automatisch für die Teilnahme an der Europameisterschaft 2020 qualifiziert. So wie alle anderen Gastgeberländer muss auch Italien die Qualifikationsrunde hinter sich bringen. Es kann passieren, dass Italien zwar Gastgeber ist, aber sich selbst nicht qualifiziert. Gelingt Italien die Qualifikation, dann finden Gruppenspiele mit italienischer Beteiligung im Olympiastadion Rom statt. Das Olympiastadion Rom war bereits Austragungsstätte für zwei Europameisterschaften und für eine Weltmeisterschaft.

Rom

Das Olympiastadion Rom – kleiner Exkurs in die Geschichte

Das Olympiastadion Rom ist eines der größten und bedeutendsten Stadien in Europa und hat bereits eine lang Tradition. Es wurde in den Jahren 1927 bis 1932 erbaut und ist Teil des Foro Italico, das damals noch den Namen Foro Mussolini trug. Der Entwurf für das Olympiastadion Rom stammt von Enrico Del Debbio. Eröffnet wurde das Olympiastadion 1932. Im Laufe der Zeit wurde das Olympiastadion mehrmals renoviert, der erste große Ausbau fand bis 1937 unter Luigi Walter Moretti statt. Dieser Ausbau wurde anlässlich der Bewerbung Roms für die Olympischen Sommerspiele 1940 erforderlich, doch erhielt Rom nicht den Zuschlag. Der Umbau für eine erneute Olympiabewerbung für die Olympischen Sommerspiele 1960 erfolgte in den 1950er Jahren durch Carlo Roccatelli und nach dem Tod von Roccatelli im Jahr 1951 durch Annibale Vitellozzi. Das Stadion hieß, als es eröffnet wurde, Stadio dei Cipressi und von 1953 bis 1960 Stadio dei Centomila. Rom bekam den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1960, daher erfolgten weitere Umbauarbeiten am Stadion. Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1960 wurde das Stadion neu eröffnet, es trägt seitdem den Namen Olympiastadion, die italienische Bezeichnung lautet Stadio Olimpico. Anlässlich der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1987 und der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Rom erfolgte ein weiterer großer Umbau des Stadions, auch dann war Annibale Vitellozzi der Hauptarchitekt. Das Stadion hatte bis zum letzten Umbau eine Kapazität von 82.656 Zuschauern, doch aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit wurde die Kapazität auf 72.698 Zuschauerplätze verringert.

Das Olympiastadion in Rom – charakteristische Merkmale

Das Olympiastadion Rom ist kein Prunkstück unter den Stadien, da es sich um ein recht altes Stadion handelt. Es hat keine besonderen Erkennungsmerkmale, wie das beispielsweise beim Londoner Wembley Stadion mit dem Bogen, dem Signal-Iduna-Park in Dortmund mit den gelben Pylonen der Dachkonstruktion oder dem Olympiastadion München mit der charakteristischen Fassade der Fall ist. Das Olympiastadion Rom verfügt über

  • 72.698 überdachte Sitzplätze
  • kein verschließbares Dach
  • Leichtathletikanlage
  • Spielfläche von 105,14 x 66,60 Metern
  • Naturrasen

Das Olympiastadion in Rom erfüllt die Kriterien an ein Stadion der UEFA-Klassifikation 4, der höchsten Klassifikation der UEFA. Stadien der Klassifikation 4 werden auch als Elite- oder Fünf-Sterne-Stadien bezeichnet. Zu den Anforderungen gehört eine Kapazität von mindestens 8.000 Sitzplätzen, diese Anforderung erfüllt das Olympiastadion gleich mehrfach. Ausschließlich Sitzplätze sind erlaubt, bei den Plätzen im Olympiastadion handelt es sich nur um Sitzplätze. Ein Stadion der Klassifikation 4 muss mindestens über 500 VIP-Sitzplätze, davon mindestens 100 VIP-Sitzplätze für die gegnerische Mannschaft, verfügen – auch diese Voraussetzungen erfüllt das Olympiastadion Rom. Zwischen den Zuschauerplätzen und dem Spielfeld sind keine Zäune erlaubt; im Olympiastadion sind keine Zäune vorhanden, eine Laufbahn trennt Zuschauerplätze und Spielfeld voneinander. Zu den weiteren Anforderungen gehören Notstromaggregate und Flutlichtanlage, genügend Parkplätze für Busse und PKW, eine Pressetribüne und ein exklusiver Bewirtungsbereich mit einer Fläche von mindestens 400 Quadratmetern. Alle diese Voraussetzungen sind im Olympiastadion Rom gegeben.

Das Olympiastadion Rom als Austragungsstätte wichtiger Veranstaltungen

Das Olympiastadion Rom war in seiner bewegten Geschichte bereits Austragungsort vieler bedeutender Veranstaltungen. Die Olympischen Sommerspiele 1960 waren das erste bedeutende Ereignis, das im Olympiastadion stattfand, das Olympiastadion war Austragungsstätte für die Eröffnungs- und die Abschlussfeier sowie für verschiedene athletische Wettkämpfe. Weitere wichtige Ereignisse, die im Olympiastadion Rom stattfanden, waren

  • Fußball-Europameisterschaft 1960
  • Fußball-Weltpokal 1973
  • Fußball-Europameisterschaft 1980
  • Finale des Europapokals der Landesmeister 1976/77
  • Finale des Europapokals der Landesmeister 1983/84
  • Fußball-Weltmeisterschaft 1990
  • Finale des UEFA-Pokals 1990/91
  • Finale der UEFA Champions League 1995/96
  • Finale der UEFA Champions League 2008/09

Die deutsche Fußballnationalmannschaft wurde bei der Fußball-Europameisterschaft 1980 mit einem 2:1 gegen Belgien Europameister und bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Weltmeister mit einem 1:0 gegen Argentinien. Ein weiterer Höhepunkt wird die Europameisterschaft 2020 sein, vor allem das Viertelfinale. Seit 2008 wird im Olympiastadion Rom das Finale der Coppa Italia ausgetragen, es handelt sich dabei um einen italienischen Pokalwettbewerb im Herrenfußball, der mit dem DFB-Pokal in Deutschland vergleichbar ist. Das Olympiastadion wird nicht nur für Fußballspiele, sondern auch für Leichtathletik-Wettkämpfe und für Rugbyspiele genutzt. Seit 2012 findet im Olympiastadion der Rugby-Wettbewerb Six Nations statt. Im Jahre 1987 war das Olympiastadion Austragungsstätte für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften, weiterhin findet dort die IAAF Diamond League (Golden Gala) statt. Das Olympiastadion Rom ist Austragungsort für verschiedene Konzerte und andere Musikveranstaltungen. Seit 1953 ist das Olympiastadion Rom Heimspielstätte der Vereine Lazio Rom und AS Rom. Der AS Rom hatte Pläne zum Bau eines neuen Stadions mit dem Namen Stadio della Roma, das Platz für 52.000 Zuschauer bietet und bereits zum Start der Saison 2016/17 fertiggestellt werden sollte. Die Bauarbeiten für dieses Stadion, das an das Kolosseum in Rom erinnern soll, haben noch nicht begonnen, auch das Genehmigungsverfahren läuft noch nicht.
Olympiastadion Rom

Die Ausstattung des Olympiastadions

Das Olympiastadion Rom ist umfangreich ausgestattet, es verfügt über verschiedene Konferenzräume und ist daher gut für verschiedene Konferenzen geeignet. Neben einem exklusiven Bewirtungsbereich sind auch verschiedene andere gastronomische Einrichtungen für unterschiedliche Ansprüche vorhanden. Da das Olympiastadion bereits Austragungsstätte für verschiedene wichtige Wettbewerbe war, verfügt es über eine gut ausgebaute Infrastruktur; es ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Für die Anreise mit dem Bus oder mit dem PKW sind genügend Parkplätze vorhanden. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Stadien werden im Olympiastadion Rom keine Führungen angeboten, das Stadion ist nur zu Sportveranstaltungen für Besucher geöffnet.

Das Olympiastadion Rom als Teil des Foro Italico

Das Olympiastadion Rom wurde zusammen mit dem Foro Italico erbaut; das Foro Italico ist ein Sportstättenkomplex und Austragungsstätte verschiedener wichtiger Sportwettbewerbe, beispielsweise

  • Olympische Sommerspiele 1960
  • Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1987
  • Fußball-Weltmeisterschaft 1990
  • Schwimmweltmeisterschaften 2009

Der monumentale Komplex verfügt über Schwimm- und Tennisanlagen; neben dem Olympiastadion befindet sich dort auch ein Marmorstadion, das von überlebensgroßen Sportlerfiguren aus dem berühmten Carrara-Marmor gesäumt wird.

Fazit

Das Olympiastadion Rom bietet Platz für mehr als 72.000 Zuschauer; bei allen Plätzen handelt es sich um Sitzplätze. Während der Europameisterschaft 2020 finden dort drei Gruppenspiele und ein Viertelfinalspiel statt, doch stehen die Termine und die Mannschaften, die dort bei den Gruppenspielen antreten, noch nicht fest. Nach dem Wembley Stadion in London, in dem zwei Halbfinalspiele und das Finale stattfinden, ist das Olympiastadion die zweitgrößte Austragungsstätte für die Europameisterschaft 2020. Das Olympiastadion Rom wurde 1932 eröffnet, es war bereits Austragungsstätte von zwei Fußball-Europameisterschaften und einer Fußball-Weltmeisterschaft sowie der Olympischen Sommerspiele 1960. Es ist Heimspielstätte von Lazio Rom und AS Rom und wird auch für Leichtathletik- und Rugby-Wettkämpfe sowie für Konzerte genutzt.
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