Frauen EM 2017: Deutschland mit Stotterstart – Nullnumer gegen Schweden

Gleich zum Auftakt der Mission Titelverteidigung setzte es für die DFB-Frauen bei der EM 2017 in den Niederlanden einen Dämpfer. In der Gruppe B reichte es im umkämpften Klassiker gegen Schweden nur zu einem mageren torlosen Unentschieden. Die deutsche Elf war nach einer Leistungssteigerung dem Sieg näher, doch Torfrau Almuth Schult musste auch zweimal stark retten. Bundestrainerin Steffi Jones war insgesamt mit der Leistung zufrieden.

DFB-Mädels mit schwacher 1. Halbzeit

Jones entschied sich bei ihrem EM-Debüt auf der Trainerbank für eine defensivere Aufstellung. Die Folge war, dass das klar favorisierte Deutschland im Rat-Verlegh-Stadion von Breda einen nervösen Start hinlegte und sich im Aufbauspiel viele Fehlpässe leistete. Erst nach 20 Minuten konnte sich der Rekord-Europameister steigern und besser ins Spiel finden. Doch gegen die erfahrenen und eingespielten Schwedinnen, deren Abwehr um die starkaufspielende Bundesliga-Legionärin Nilla Fischer vom VfL Wolfsburg sehr aufmerksam war, fand die DFB-Auswahl kein Durchkommen. Zu allem Überfluss musste in der 39. Minute Svenja Huth aufgrund einer Muskelverletzung am Oberschenkel vom Platz und wurde durch Bundesliga-Torschützenkönigin Mandy Islacker ersetzt. Doch nach dem verletzungsbedingten Wechsel verlor Deutschland erneut den Faden und so ging es nach schwachen 45 Minuten ohne eine einzige Torchance in die Katakomben.

In der Kabine schien Jones, die nach nur fünf Minute wieder auf dem Platz war, die richtigen Worte gefunden zu haben, ging die deutsche Elf doch deutlich aggressiver zu Werke. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs gab es die erste gefährliche Torraumszene des Spiels. Aber nach einer Hereingabe von Anna Blösse verpasste die herbeieilende Islacker (48.) das Leder zentral vor dem Tor. Die DFB-Frauen übernahmen nun das Zepter und konnten mehr Ballbesitz verbuchen. In der 59. Minute wurde ein Abschluss von Anja Mittag nach einer einer Marozsan-Hereingabe gerade noch geblockt. Doch Deutschland musste sich vor den schnellen Angreiferinnen der Schweden in Acht nehmen, die auf Konter lauerten. Für erneute deutsche Torgefahr sorgte Edel-Joker Islacker (65.), die eine scharfe Flanke von Carolin Simon hauchdünn um den rechten Pfosten lenkte.

Foto: Mitch Gunn / Shutterstock.com

Keeperin Schult rettet hinten – Islacker verpasst Sieg

Das DFB-Team hatte die Partie im Griff, hatte aber Glück, dass Keeperin Schult bei zwei schwedischen Kontern gegen Blackstenius (71.) und Schellin (74.) stark parierte. Deutschland warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne und drängte auf den Dreier. Den hat wieder Islacker auf dem Fuß, die nach starker Vorarbeit von Kapitänin Dszenifer Maroszan aber an Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl scheiterte, die die Kugel mit einem klasse Reflex noch über die Latte lenkte (82.). Somit blieb es beim 0:0 zwischen Deutschland und Schweden.

Nach dem Spiel erklärte Jones in der ARD: „Das war ein sehr intensives Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner. Wir haben in der zweiten Halbzeit Lösungen gefunden, aber das Tor nicht gemacht. Dennoch können wir auf die Leistungen aufbauen.“ Islacker pflichtete ihrer Trainerin bei: „Es war hart umkämpft und ausgeglichen. Wir hatten am Ende die besseren Chancen, konnten sie aber nicht nutzen.“

Am Freitag trifft die DFB-Auswahl im zweigen Gruppenspiel auf Italien, die zum Auftakt mit 1:2 gegen Russland verloren. In dieser Partie ist Deutschland turmhoher Favorit, doch nach dem Auftritt gegen Schweden ist insgesamt noch viel Luft nach oben.

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