Frauen-EM: Deutschland nach 2:0-Sieg gegen Russland im Viertelfinale

Deutschland hat bei der Frauen-EM 2017 in den Niederlanden ohne große Mühe das Viertelfinale erreicht. Im letzten Vorrundenspiel setzte sich der Titelverteidiger standesgemäß mit 2:0 gegen harmlose Russinnen durch, wobei aber die deutsche Chancenverwertung erneut nicht EM-reif war. Zwei Elfmeter von Babett Peter und Dszenifer Maroszan mussten herhalten, um den Underdog zu besiegen. Auch Bundestrainerin Steffi Jones zeigte sich über die Abschlussschwäche verärgert, war aber ansonsten voll des Lobes für ihr Team. Da Schweden im Parallelspiel überraschend gegen Italien mit 2:3 verlor, beendet Deutschland die Gruppe B auf dem 1. Platz und trifft am Samstag im Viertelfinale auf Dänemark, während es die Schwedinnen mit EM-Gastgeber Niederlande zu tun bekommen.

Foto: Mitch Gunn / Shutterstock.com

DFB-Team klar überlegen, aber mit Abschlussschwäche

Von Beginn an entwickelte sich eine einseitige Partie. Deutschland übernahm gegen Russland sofort das Kommando und trat dominant auf, während der Außenseiter sehr defensiv agierte und es mit langen Bällen versuchte. Doch insgesamt waren die Osteuropäerinnen zu schwach, um das DFB-Team ernsthaft zu gefährden. Bereits in der 10. Minute ging Deutschland in Front, als Peter mit ihrem zweiten verwandelten Elfmeter im Turnier etwas glücklich verwandelte. Danach gab es weiter Einbahnstraßen-Fußball und zahlreiche deutsche Chancen zu sehen. Nach einer halben Stunde konnte Russlands Torfrau Scherbak einen Kopfball von Peters an die Latte lenken, während Däbritz in der 40. Minute frei vorm Tor auftauchte, aber den zweiten Treffer verpasste. Besser machte es Mittag, deren Treffen aber zu Unrecht wegen Abseits nicht gegeben wurde. Somit blieb es trotz vieler guter Torgelegenheiten nur beim knappen 1:0 für Deutschland zur Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel besorgte Kapitänin Maroszan mit einem weiteren Strafstoß (56.) die Vorentscheidung und der zweite Treffer tat der Jones-Elf sichtlich gut. Die Gegenwehr der Russinnen war endgültig gebrochen und so konnte sich Deutschland weitere gute Möglichkeiten herausspielen. Man merkte dem Titelfavoriten an, dass unbedingt noch das ein oder andere Tor erzielt werden sollte, aber erneut erwies sich die Chancenverwertung als großes Manko. Doorsoun scheiterte an der Latte (59.) und Mittag setzte das Leder aus kurzer Distanz neben den Kasten (61.). Deutschland steckte nicht auf und verbuchte in der Schlussphase durch Mittag (72.), Magull (74.) und Maroszan (81.) weitere Chancen, aber das Leder wollte nicht ins Netz, sodass es am Ende beim 2:0-Erfolg blieb.

Jones hadert mit Chancenverwertung

„Wir haben heute ein ordentliches Spiel gemacht, es haperte aber wieder am Abschluss“, gab sich Maroszan kritisch. Ähnlich sah es Trainerin Jones, die im ‚ZDF‘ haderte: „Wir dominieren die Spiele, machen aber leider die Tore nicht, bis auf eben die beiden Elfmeter. Aber da stehst du schon draußen und denkst dir: ‚Boah hey, macht die Dinger doch rein‘.“ Doch es gab auch lobende Worte für die DFB-Mädels: „Die Spielerinnen kriegen heute ein großes Lob. Leidenschaft, Laufbereitschaft und Einsatz stimmen bei uns immer. Dass wir uns so viele Chancen rausspielen, spricht eben auch für eine gute Spielanlage.“

Der DFB-Auswahl, die die Gruppe B mit sieben Punkten auf dem 1. Platz beendet, bleibt nun Zeit bis Samstag, an der Abschlussschwäche und Effizienz zu arbeiten. Dann wartet im Viertelfinale Dänemark.

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