Frauen-EM: Niederlande erstmals Europameister – 4:2-Finalsieg gegen Dänemark

Die Niederlande haben sich bei der Frauen-EM im eigenen Land die Krone aufgesetzt. In einem packenden und mitreissenden Finale mit spektakulären Verlauf setzten sich die Gastgeber mit 4:2 (2:2) gegen Dänemark durch. Die Oranje-Frauen ließen sich selbst von einem frühen und erstmaligen Rückstand nicht aus der Bahn werfen und holten sich auch dank eines Torwartfehlers verdientermaßen zum ersten Mal den EM-Titel. Die Fans in Enschede brachten die Arena zum Beben und feierten eine riesige Titel-Partie. Die Däninnen, die sich im Viertelfinale noch sensationell gegen Top-Favorit Deutschland durchgesetzt hatten, hielten tapfer dagegen, müssen aber nach wie vor auf ihren ersten EM-Triumph warten.

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EM-Finale mit Offensivspektakel in 1. Halbzeit

Im mit 28.182 Zuschauern ausverkauften Twente-Stadium lieferten sich die Niederlande und Dänemark einen offenen Schlagabtausch und kämpften mit offenem Visier um die EM-Krone. Den besseren Start erwischte ‚Danish Dynamite‘, die bereits in der 6. Minute durch einen verwandelten Foulelfmeter von Nadia Nadim in Front gingen, doch nur vier Zeigerumdrehungen später glichen die Niederländerinnen durch Vivanne Miedema aus. In der 28. Minute netzte Lieke Martens für den Gastgeber ein, aber auch Dänemark bewies in Person der Torjägerin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg Comeback-Qualitäten und konnten schnell egalisieren (33.). Kurz nach dem Wechsel erzielte Sherida Spitse (51.) mit einem direkt verwandelten Freistoß die erneute Führung für die Niederlande ehe Miedema mit ihrem zweiten Treffer kurz vor Schluss (89.) den Deckel draufmachte.

Vor den Augen von Louis van Gaal und Marco van Basten hatte insbesondere die erste Halbzeit einen hohen Unterhaltungswert, wobei Dänemark, bei denen neben Harder mit Cecilie Sandvej (1. FFC Frankfurt) noch eine weitere Bundesliga-Legionärin in der Startelf stand, der Oranje-Party schnell etwas den Wind aus dem Segel nahm. Denn nach eine Foul von Kika van Es gab es zurecht Strafstoß für die Skandinavierinnen, den Nadim souverän im Oranje-Kasten unterbrachte. Aber die Antwort der Niederländerinnen, die erstmals im Turnierverlauf in Rückstand gerieten, ließ nicht lange auf sich warten und Miedema vollendete einen sehenswerten Angriff kurz darauf später mit einem Linksschuss zum 1:1. Der EM-Gastgeber hatte das Zepter übernommen und spielerisches Oberwasser, sodass der Führungstreffer von Martens, die im 16er einen Drehschuss im dänischen Kasten unterbrachte, die logische Konsequenz war. Aber der Führungstreffer verhalf dem Favoriten nicht zu mehr Stabilität, denn nach feiner Einzelleistung und kleinem Solo beförderte Harder das Leder zum 2:2 in die rechte Ecke. Für die Kapitänin war es der erste Turniertreffer. Somit stand es nach hochklassigen 45 Minuten 2:2.

Dänemarks Petersen patzt bei Freistoß

Doch der zweiten Durchgang gestaltete sich einseitiger und die druckvoll agierenden Niederländerinnen, die im Halbfinale England mit 3:0 eliminierten, gingen durch einen direkten Freistoß von Spitse aus 20 Metern kurz nach Wiederanpfiff erneut in Front. Dabei machte Dänemarks Torfrau Lykke Petersen eine unglückliche Figur und wirkte beim harmlos getretenen Schuss etwas orientierungslos, als sie einen Schritt in die falsche Richtung machte.

Dänemark steckte aber nicht auf und hielt das Frauen-EM-Finale bis in die Schlussphase spannend. Doch als Miedema kurz vor dem Abpfiff eine Spitse-Flanke gekonnt zum 4:2 in die Masche beförderte, herrschte auf den Ränge eine Party in Orange. Nachdem Deutschland zuvor sechs Mal in Folge den EM-Titel für sich verbuchen konnte, sitzt nun die Frauen-Auswahl der Niederlande auf dem Thron.

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