Frauen-EM: Titel-Traum geplatzt – Deutschland scheitert im Viertelfinale an Dänemark

Deutschland muss den Traum vom siebten EM-Titel in Folge begraben! Das hochfavorisierten DFB-Team unterlag bereits im Viertelfinale der Frauen-EM 2017 in den Niederlanden gegen Dänemark mit 1:2. Eine verdiente Pleite, die das historisch schlechte Abschneiden der DFB-Frauen bei einer Europameisterschaft besiegelt. Denn es ist das erste Mal, dass die deutschen Fußball-Frauen schon im Viertelfinale die Segel streichen müssen. Zwar erwischte der Titelverteidiger einen Traumstart, doch selbst die frühe Führung konnte der Mannschaft nicht zu mehr Sicherheit und Souveränität verhelfen. Nach dem Wechsel drehte der Underdog aus Dänemark die Partie in Rotterdam, die aufgrund von starker Regenfälle von Samstagabend auf Sonntagmittag verlegt wurde.

Foto: Mitch Gunn / Shutterstock.com

DFB-Frauen trotz Traumstart erschreckend schlecht

Deutschland ging bereits in der 3. Minute durch Isabel Kerschowski in Führung, profitierte dabei aber von einem großen Patzer der dänischen Torfrau Stina Petersen, die sich den Schuss von der Strafraumgrenze ins eigene Tor faustete. Es war der erste Turniertreffer der DFB-Damen, die schon in der Vorrunde alles andere als überzeugend spielten, aus dem Spiel heraus. Der Führungstreffer hätte der Auswahl von Bundestrainerin Steffi Jones Sicherheit und Mut geben müssen, davon war aber nichts zu sehen. Im Gegenteil: Das deutsche Spiel stockte gewaltig und die Deutschen leisteten sich erschreckend viele Fehler im Spielaufbau und hatten Probleme beim Torabschluss – analog zur Vorrunde. Auch Jones haderte nach der Pleite: „Wir haben jegliche Souveränität und Aggressivität vermissen lassen, waren unsicher und hatten viele Ballverluste.“

Trotzdem ging es mit einer knappen Führung in die Kabine aber kurz nach Wiederanpfiff klingelte es im DFB-Kasten. Nadie Nadim köpfte in der 49. Minute wuchtig zum Ausgleich ein. Dszenifer Maroszan und Kerschowski hätten den Treffer durchaus verhindern können, schaltete aber nach einem Zweikampf ab, da die Schiedsrichterassistentin wegen eines Foulspiels die Fahne hob. Der Pfiff blieb aber aus und Stine Larsen konnte ungehindert auf Nadim flanken. Acht Minuten später hat die DFB-Auswahl Glück, als Katrine Veje aus rund drei Metern nur die Latte traf.

Aber auch Deutschland verbuchte im zweiten Durchgang gute Möglichkeiten durch Linda Dallmann (56./61.), Lina Magull (64./80.) und Anja Mittag (75.), doch wie schon in der Gruppenphase war die Chancenverwertung ein großes Manko. In der 83. Minute war die DFB-Abwehr erneut nicht auf der Höhe, als die Dänin unbedrängt flanken konnte und die alleingelassene Theresa Nielsen mühelos zum 2:1 einköpfte. In der Schlussphase fiel den ideenlos und platt wirkenden DFB-Frauen nichts mehr, sodass die Pleite nicht abgewendet werden konnte.

Jones: Dänemark mit größeren Siegeswillen

Trainerin Jones bescheinigte Dänemark den größeren Siegeswillen und erklärte, dass man zu recht verloren habe. Kritik an ihren vielen Wechseln in der Startaufstellung sowie der Taktik wies die 44-Jährige jedoch zurück. Und auch die Anstoßzeit um 12.00 Uhr Mittags, gerade einmal 14 Stunden nach der endgültigen Absage am Vorabend, ließ Jones nicht als Entschuldigung gelten: „Dänemark hatte die gleiche Bedingungen.“

Dänemark bekommt es im Halbfinale mit Österreich (5:3 i.E. gegen Spanien) zu tun, während sich im zweiten Duell Gastgeber Niederlande (2:0 gegen Schweden) und England (1:0 gegen Frankreich) gegenüberstehen. Damit steht fest, dass es einen Debütanten als Europameister geben wird.

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