Handball EM 2018: Deutschland gegen Mazedonien: Vorschau, Live im TV & Livestream

Der Vorrundenkrimi der deutschen Handball Nationalmannschaft gegen Slowenien werden wir wohl so schnell nicht vergessen. In letzter Minute sicherten sich die „Bad Boys“ ein 25:25 und damit den Einzug in die Hauptrunde. Auch der kommende Gegner, Mazedonien, ist bereits für die Hauptrunde qualifiziert. Erwarten wir deshalb etwa ein langweiliges Spiel am heutigen Abend? Mitnichten, denn es geht um den ersten Platz der Gruppe und vor allem darum, wie viele Punkte die Mannschaften mitnehmen können. Derzeit führen die Mazedonier mit einem Punkt Vorsprung und der amtierende Europameister könnte mit einem Sieg Gruppenerster werden. Wir schauen im Vorfeld auf den Gegner und die weiteren Informationen zu diesem Spiel.

Die mazedonische Nationalmannschaft im Porträt

Mazedonien ist wie kaum eine andere Mannschaft von einem einzigen Spieler extrem abhängig: Kiril Lazarow gilt als Tormaschine, wurde bei der Weltmeisterschaft 2017 Torschützenkönig und ist selbst mit seinen 38 Jahren nie zu unterschätzen. Er war auch der beste Werfer der EM-Qualifikation für das jetzige Turnier in Kroatien. Gemeinsam mit dem Torhüter des FC Barcelona, Borko Ristovski, gilt er als Dreh- und Angelpunkt des gesamten Teams. Lazarow spielt beim französischen Klub HBC Nantes. Lazarow, sein Bruder Filip und eben Ristovsik verkörpern die goldene Generation Mazedoniens, die seit der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2009 auf einen internationalen Titel hofft. Das beste Ergebnis war bisher der fünfte Platz bei der Europameisterschaft 2012 in Serbien, die Olympischen Spiele in London wurden jedoch durch den letzten Platz im Qualifikationsturnier in Göteborg verpasst. Allerdings ist Lazarov überraschend bei der aktuellen EM nicht der beste Werfer der Mazedonier. Mit seinen elf Treffern aus den beiden Vorrundenspielen gegen Slowenien (25:24) und Montenegro (29:28) liegt er hinter Dejan Manaskov mit zwölf Toren nur auf dem zweiten Platz. Manaskov ist der Sohn der Handball-Legende Pepi Manaskov und spielte in der Bundesliga für Wetzlar und die Löwen. Er meinte vor dem Spiel gegen Deutschland selbstbewusst: „Das es um Platz eins geht, motiviert und sicher zusätzlich. Deutschland ist ein großer Gegner, der aktuelle Europameister – aber wir können sie auch schlagen“. Allerdings schlägt die Statistik der bisherigen Duelle klar für den Europameister. Alle vier bisherigen Spiele gegen Mazedonien konnten gewonnen werden. Für die Mazedonier stehen derzeit drei Spieler bei deutschen Klubs unter Vertrag: Filip Taleski (Löwen), Filip Mirkulovski (Wetzlar) und Ace Jonovski (Ratingen).

Foto: Finn Lemke/Imago/Eibner

Die Ausgangslage vor dem Spiel gegen Mazedonien

Die Ausgangslage stellt sich wie folgt dar: Der Sieger der Partie wird Gruppensieger und bekommt alleine dadurch zwei Tage mehr Erholung vor dem nächsten Spiel in der Hauptrunde. Für die DHB-Auswahl wird ein Remis nicht reichen, da die Mazedonier sich mit 4:0 Punkten an erster Stelle befinden, Deutschland rangiert mit 3:1 Punkten dahinter. Und da beide Teams ihre Punkte aus der Vorrunde mit in die Hauptrunde nehmen, ist ein Unentschieden eigentlich keine Option. Sollte es dazu kommen oder das Spiel gar verloren gehen, müssten alle Hauptrundenspiele zwingend gewonnen werden, um noch eine Chance auf das Erreichen des Halbfinales zu haben. Bei den deutschen sind alle Spieler fit, dennoch hat Bundestrainer Christian Prokop eine Änderung im Kader vorgenommen: Finn Lemke wurde für Bastian Roscheck nachnominiert. „Ich möchte der Abwehr mehr Körperlichkeit und mehr Sicherheit und Blockarme geben“, sagte Prokop auf einer Pressekonferenz im deutschen Teamhotel in Zagreb. Denn die Defensive war gegen Slowenien die große Schwachstelle des amtierenden Europameisters. „Ich habe mit Finn telefoniert. Er ist voll motiviert und hungrig auf die EM. Er wird uns mit Sicherheit sofort helfen“, sagte Bob Hanning, Sportchef des Deutschen Handballbundes. Auch Keeper Andreas Wolff konnte man die Freude über die Nachnominierung anmerken: „Jetzt haben wir unseren erfahrenen Abwehrchef zurück. Ich freue mich sehr für Finn“, sagte Torhüter Andreas Wolff. „Er ist ein Top-Spieler, das haben wir immer gesagt. Er ist riesengroß und mit seinen Emotionen einer der Eckpfeiler der Bad Boys“, sagte Wolff: „Er wird uns weiterhelfen.“ Der Coach erwartet viel von seiner Mannschaft: „Wir müssen eine Schippe drauf legen“, so Prokop in Anspielung an den schwachen Auftritt, vor allem in der ersten Halbzeit, gegen Slowenien. „Es wird ganz entscheidend sein, dass wir mit Feuer und Herz spielen“, so der Trainer weiter. Beim Gegner hat er erkannt: „Das ist Handball mit viel Leidenschaft, Einsatz und Kämpferherz. Eigentlich sind das aber auch unsere Tugenden.“ Auch Tobias Reichmann, der Spieler, der gegen Slowenien am Ende die Nerven behielt und den entscheidenden Siebenmeter verwandelte, sieht das ähnlich:

„Jetzt gibt es nur noch Endspiele. Mazedonien wird noch mal ein anderes Kaliber. Wir müssen in der Abwehr härter zupacken und vorne cleverer spielen.“

Slowenien ist mit dem Thema noch lange nicht durch

Das Last-Minute-Remis der deutschen Mannschaft gegen Slowenien erhitzt inzwischen immer noch die Gemüter. Die Europäische Handball-Föderation hat bereits einen Einspruch des Gegners abgelehnt, doch auch hier gegen wurde Protest eingelegt. „Was hier passiert ist, sprengt alle Grenzen. Der Verband denkt ernsthaft darüber nach, die EM zu verlassen. Auf der anderen Seite sind wir uns über die ganzen negativen Folgen auch für die kommende Generation bewusst“, sagte der Sekretär des slowenischen Handballverbandes am Dienstagnachmittag in Zagreb. „Die Slowenen wollen das Ergebnis mit 25:24 für sich gewertet wissen“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. „Sie sagen, dass sie ohnehin von den Schiedsrichtern klar benachteiligt worden seien.“ Eine neue Entscheidung der EHF ist bisher noch nicht bekannt.

So sehen wir das Spiel live im TV und im Internet

Wer das Spiel gegen Mazedonien live mitverfolgen möchte, kann dies im Free-TV bei der ARD tun. Denn der öffentlich-rechtliche Sender überträgt ab 18:15 Uhr das letzte Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft. Natürlich steht auch ein Livestream im Internet zur Verfügung, der über die Mediathek des Senders abgerufen werden kann. Das funktioniert mit der entsprechenden App auch auf dem Smartphone oder dem Tablet.

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