Ist Andre Schürrle bei der EM 2020 noch ein Thema für den DFB?

Bei transfermarkt.de hat er einen Wert von 20 Millionen Euro und er war es, der Mario Götze mit der Flanke in Szene setzte, die 2014 das 1:0 gegen Argentinien bringen sollte, den Weltmeistertitel für die DFB-Auswahl. Die Rede ist von André Schürrle. Doch der 27-jäherige Stürmer hatte es in den vergangenen Jahren nicht sonderlich leicht. Das belegen auch seine Statistiken: In der laufenden Saison war er bei Borussia Dortmund erst insgesamt achtmal im Einsatz, davon viermal in der Liga, dreimal im DFB-Pokal und einmal in der Champions League. Seine Ausbeute: Eine Torvorlage. Auch in der vergangenen Saison lief es nicht viel besser: 25 Pflichtspieleinsätze, 5 Tore.

Foto: Andre Schürrle/Europameisterschaft.com

Joachim Löw, der Förderer

Wie also soll es für den einstigen Superstar weitergehen? Immer wieder wird er durch Verletzungen und Formkrisen zurückgeworfen, sein Einsatz bei der Weltmeisterschaft scheint stark gefährdet. Denn ohne die notwendige Spielpraxis wird er wohl nicht für einen Platz im WM-Kader infrage kommen. Oder doch? Joachim Löw hat immer wieder gezeigt, dass er bei Spielern, die ihm wichtig sind, über die Form bei ihren jeweiligen Vereinen hinwegsehen kann. Das machte der Bundestrainer bei Miroslav Klose und Lukas Podolski keinen Deut anders. Allerdings war er auch dort zum letzten Mal beim WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan im März dieses Jahres im Einsatz. Dort überzeugte er mit zwei Toren und einer Vorlage. „Seine Situation in Dortmund ist für ihn und für uns vielleicht gerade nicht ganz zufriedenstellend. Aber ich habe in dieser Woche bei uns im Training mal wieder festgestellt, welche sehr, sehr guten Fähigkeiten der André hat. Er hat die Dynamik, die Torgefahr, ist im Abschluss effizient und hat mir körperlich einen sehr austrainierten und fitten Eindruck gemacht“, sagte Löw noch einen Tag vor diesem denkwürdigen Spiel.

Schon beim Confed Cup fehlte Schürrle

Und dann kam der Confed-Cup, Schürrle wäre ausnahmsweise mal fit gewesen, doch der Trainer ließ ihn zuhause. Und das offenbar aus gutem Grund, wie Schürrle selbst kommentierte: „Ich habe das mit Jogi Löw abgesprochen. Ich war sechs Wochen verletzt und hatte in der Woche des Pokalfinales Ende Mai noch immer Schmerzen. Deshalb hätte es wenig Sinn gemacht. Es war wichtiger für mich, nach sechs Jahren mit immer nur zwei bis drei Wochen Pause mal richtig Urlaub zu machen, um so jetzt komplett fit und pünktlich in die Vorbereitung zu starten.“ Klar sollte jedoch sein, dass Schürrle, wenn er sich beim BVB nicht endlich durchsetzt, bei der Weltmeisterschaft in Russland fehlen wird. Die EM 2020 ist dann wohl auch kein Thema mehr.

Schürrle wohl kein Thema für die EM 2020

Daher kursieren bereits die ersten Gerüchte in den Medien. Angeblich soll der VfB Stuttgart an einem Leihgeschäft bezüglich Schürrle interessiert sein, was allerdings aufgrund der Personalsituation bei den Schwaben und der Tatsache, dass mit Mario Gomez bereits ein Großverdiener dort angeheuert hat, eher unwahrscheinlich ist. Beim BVB werden seine Chancen, sich durchzusetzen, indes immer geringer. Christian Pulisic und Andriy Yarmolenko haben ihm gegenüber einen deutlichen Vorsprung herausgearbeitet und auch Marco Reus ist unumstrittener Stammspieler bei den Westfalen. Schürrle wird nur ein Vereinswechsel retten können. Ansonsten wird er weder bei der WM und schon gar nicht bei der EM 2020 ein Thema für den DFB sein. Zumal, was die Europameisterschaft angeht, sein Förderer Joachim Löw nicht zwingend noch im Amt sein muss.

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