Schweiz bei der Frauen Fußball EM 2017

Gastgeber für die diesjährige Frauen-Fußball-Europameisterschaft sind die Niederlande, die Europameisterschaft wird dort an sieben Städten und in sieben Stadien ausgetragen. Sie findet vom 16. Juli bis zum 06. August statt. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Europameisterschaften der Frauen findet die diesjährige Europameisterschaft nicht mit zwölf, sondern mit 16 Mannschaften statt. Das bedeutet mehr Spiele, insgesamt 31 Spiele werden ausgetragen. Gespielt wird in vier Gruppen zu jeweils vier Mannschaften. Zum ersten Mal hat es die Schweiz geschafft, sich zu qualifizieren. In der Qualifikationsphase wurde sie Gruppensieger; während der Gruppenphase der Europameisterschaft spielt sie in der Gruppe C.

Die Schweiz in der Qualifikation

Die Frauen-Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz betritt mit der diesjährigen Europameisterschaft der Frauen absolutes Neuland, sie hat es zuvor noch nie geschafft, an einer Europameisterschaft teilzunehmen. Die Qualifikationsrunde lief vom 14. September 2015 bis zum 20. September 2016. In der Qualifikationsphase spielte die Schweiz in der Gruppe 6, zusammen mit Italien, Tschechien, Nordirland und Georgien. Die Schweiz wurde Gruppensieger mit 24 Punkten, sie hat alle acht Spiele gewonnen. Die Torbilanz kann sich sehen lassen, bei 34 Toren haben die Schweizerinnen nur drei Gegentore kassieren müssen. Beste Torschützin der Schweiz wurde Ana Maria Crnogorcevic, sie schaffte es auf sieben Tore. So sehen die Ergebnisse der Qualifikationsspiele aus:

  • 24.10.2015 in Cesena: Italien – Schweiz 0:3
  • 27.10.2015 in Biel/Bienne: Schweiz – Georgien 4:0
  • 27.11.2015 in Lurgan: Nordirland – Schweiz 1:8
  • 01.12.2015 in Neuenburg: Schweiz – Tschechien 5:1
  • 09.04.2016 in Biel/Bienne: Schweiz – Italien 2:1
  • 04.06.2016 in Jablonec nad Nisou: Tschechien – Schweiz 0:5
  • 15.09.2016 in Gori: Georgien – Schweiz 0:3
  • 20.09.2016 in Biel/Bienne: Schweiz – Nordirland 4:0

Ihre besten Ergebnisse konnte die Schweiz im Spiel gegen Nordirland mit dem 8:1 und gegen Tschechien mit dem 5:0 erzielen.

Die Schweiz und die Vorbereitung auf die EM

Für die Eidgenossinnen war die Vorbereitung auf die Europameisterschaft mit der sehr erfolgreichen Qualifikation noch nicht beendet. Im Oktober spielten sie zweimal gegen die USA, den Weltmeister. Beide Spiele verloren sie, eines mit 0:4 und eines mit 1:5. Das EM-Jahr 2017 begann für die Schweizerinnen mit dem Trainingslager in Spanien, das vom 16. bis 21. Januar stattfand. Gleich im Anschluss daran absolvierten sie ein inoffizielles Spiel gegen Spanien, das sie mit 1:8 verloren. Dieses Spiel zählt jedoch nicht als offizielles Länderspiel. Die Schweizerinnen nahmen auch am Zypern-Cup im März teil, dabei erreichten sie folgende Ergebnisse:

  • 2:2 gegen Belgien
  • 6:0 gegen Italien
  • 1:0 gegen Nordkorea
  • 1:0

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte konnten die Schweizerinnen dieses Turnier gewinnen. Am 10. April absolvierten die Schweizer Fußballfrauen in Skien ein Testspiel gegen Norwegen, das sie 1:2 verloren. Noch kurz vor der Europameisterschaft, zwischen dem 05. und 13. Juni, soll ein weiteres Länderspiel stattfinden. Mit der unmittelbaren Vorbereitung beginnen die Schweizerinnen am 03. Juli in Magglingen.

Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft im internationalen Fußball

Die Schweizer Frauen haben noch nie an einer Europameisterschaft teilgenommen, doch stehen sie auf der Rangliste der FIFA auf dem 16. Platz. Im Jahr 2015 hatten sie sich erstmals für die Weltmeisterschaft qualifiziert, sie konnten ins Achtelfinale einziehen. An den Olympischen Spielen hatten sie bislang noch nie teilgenommen. Im Jahr 2015 nahmen sie am Algarve-Cup teil, sie erreichten den achten Platz. Am Zypern-Cup nahm die Schweiz bereits sechsmal teil, in diesem Jahr erreichten sie zum ersten Mal den ersten Platz.

Die Schweiz in der Gruppe C

Die Schweiz spielt bei der diesjährigen Europameisterschaft in der Gruppe C, dabei trifft sie auf Frankreich, Island und Österreich. Frankreich ist der schärfste Gegner für die Schweiz, bereits zum siebten Mal nimmt Frankreich an einer Europameisterschaft teil, es konnte jedoch noch nie den Titel holen. In der Rangliste der FIFA steht es auf Platz 3. Abgesehen von den Niederlanden als Gastgeber, die sich automatisch für die Europameisterschaft qualifiziert haben, war Frankreich die erste Mannschaft, die es geschafft hatte, sich vorzeitig zu qualifizieren. Frankreich wurde Gruppensieger in der Gruppe 3, es gewann alle acht Spiele und holte 24 Punkte. Bei 27 Toren kassierten die Französinnen keine Gegentore.
Ein schwieriger Gegner wird auch Island, das zum dritten Mal an einer Europameisterschaft teilnimmt. Noch nie holte Island einen Titel, es steht in der Rangliste der FIFA auf Platz 18. In der Qualifikation spielte Island in der Gruppe 1 und wurde mit 21 Punkten, sieben Siegen und einer Niederlage Gruppensieger. Es war punktgleich mit Schottland, nur hatte Island mit 34 Toren und zwei Gegentoren die bessere Torbilanz.
Ein leichter Gegner für die Schweiz wird Österreich, das ebenfalls zum ersten Mal an einer Europameisterschaft teilnimmt. In der Rangliste der FIFA belegt Österreich den 24. Platz. In der Qualifikation wurde Österreich Zweiter in der Gruppe 8, hinter Norwegen. Es erzielte nur 17 Punkte bei fünf Siegen, zwei Remis und einer Niederlage. Österreich erzielte 18 Tore bei vier Gegentoren.

Die Termine für die Schweiz bei der EM

In der Gruppenphase muss jede Mannschaft einer Gruppe einmal gegen jede andere Mannschaft dieser Gruppe spielen, das bedeutet drei Spiele für jede Mannschaft. Für die Schweiz sehen die Termine in der Gruppenphase folgendermaßen aus:

  • Dienstag, 18. Juli 2017, 18:00 Uhr in Deventer: Österreich – Schweiz
  • Samstag, 22. Juli 2017, 18:00 Uhr in Doetinchem: Island – Schweiz
  • Mittwoch, 26. Juli 2017, 20:45 Uhr in Breda: Schweiz – Frankreich

Gerade das letzte Spiel in der Gruppenphase, gegen Frankreich, wird die größte Hürde. Schafft es die Schweiz ins Viertelfinale, muss sie, wenn sie Gruppenerster wird, am 30. Juli in Tilburg gegen den Zweiten der Gruppe D antreten, das kann England, Schottland, Spanien oder Portugal sein. Wird die Schweiz Gruppenzweiter, was schon wahrscheinlicher ist, muss sie am 30. Juli in Deventer gegen den Sieger der Gruppe D spielen. Die beiden besten Mannschaften einer jeden Gruppe erreichen das Viertelfinale.

Fazit zur Schweiz

Die Schweiz nimmt zum ersten Mal an einer Europameisterschaft teil, doch stehen die Chancen auf ein Weiterkommen ins Viertelfinale gar nicht so schlecht. Frankreich ist der härteste Brocken für die Schweiz, auch Island ist nicht zu unterschätzen, doch sind Island und die Schweiz ungefähr gleichrangig. Österreich hat, genau wie die Schweiz, noch keine Erfahrungen mit Europameisterschaften, doch schnitt es in der Qualifikationsphase schlechter ab als die Schweiz und ist in der Weltrangliste der FIFA schlechter platziert.
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