Was Deutschlands Frauen aus der EM 2017 lernen müssen

Das Abschneiden der DFB-Frauen bei der EM 2017 in den Niederlanden, die der Gastgeber gewann, war eine große Enttäuschung. Bereits im Viertelfinale scheiterte Deutschland an Dänemark, nachdem man zuvor sechsmal in Folge den EM-Titel holte. Doch aus den Rückschlägen können die deutschen Fußballfrauen um Bundestrainerin Steffi Jones auch einiges lernen. In Zukunft sollte der Harmoniegedanke nicht mehr über allem stehen. Jones war es wichtig, dass sich alle Spielerinnen gebraucht fühlen, entsprechend wurde munter rotiert, sodass alle Feldspielerinnen mindestens einmal zum Einsatz kommen. Das Mood-Management ging gründlich nach hinten los. Denn Automatismen und Eingespieltheit sowie Klarheit im Spiel blieben sichtbar auf der Strecke. Auch ambitionierte Nationen wie England oder Frankreich setzten auf die Rotation – ohne Erfolg.

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Viele Wechsel als Gift für unerfahrene DFB-Frauen

Deutschland musste seit dem Olympia-Sieg vor einem Jahr den Rücktritt einiger erfahrener Spielerinnen verkraften (Bartusiak, Behringer, Krahn) und einen Umbruch meistern. Hinzu fehlten bei der EM in den Niederlanden mit Laudehr, Popp und Leupolz arrivierte Kräfte verletzungsbedingt, sodass eine recht junge, unerfahrene DFB-Auswahl ins Rennen geschickt wurde, die durch die ständigen Rochaden in der Aufstellung auch verunsichert wurden. Missverständnisse und Fehlpässe im Spielaufbau sowie Verunsicherung bei der Chancenverwertung ließen nicht lange auf sich warten. Darauf bedacht zu sein, dass im Team eine ausgeprägt gute Laune a la Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, ist nicht immer zielführend. Es ist kein Zufall, dass mit den Niederlanden eine Mannschaft Frauen-Europameister wurde, die auf taktische Experimente und große personelle Wechsel verzichtete und von allen Teams den klarsten Plan hatte.

Zudem haben andere Nationen im Frauen-Fußball stark aufgeholt. Der DFB und die Bundesliga muss in Zukunft weiter an der Professionalität festhalten, diese weiter ausbauen und sich nicht auf den großen Erfolgen der Vergangenheit ausruhen.

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