Wer löst Ventura als italienischer Nationaltrainer ab?

Der italienische Nationaltrainer Gian Piero Ventura steht immer mehr in der Kritik. Vor allem die Blamage nach dem 1:1 gegen Mazedonien brachte das Fass zuletzt gehörig zum Überlaufen. Der Coach wanderte neben dem Spielfeld hin und her, schüttelte unentwegt mit dem Kopf, sah taten- und ideenlos zu, wie seine Mannschaft die Spielzeit mit einer unfassbar schlechten Leistung runterspielten. Die Schlagzeilen am nächsten Tag kann sich da ja jeder selbst ausmalen. Für Mannschaftskapitän Gianluigi Buffon war das alles zu viel. Er sagte nach der Partie: „Die Lage ist ernst. Es ist an der Zeit, dass die Erfahrenen das Heft in die Hand nehmen. Der Moment ist gekommen, da wir Verantwortung übernehmen müssen und den Jüngeren helfen, sich augenblicklich auf den rechten Weg zu begeben.“

Buffon spricht mit der Mannschaft, Pirlo kritisiert Ventura

Diese beinahe schon staatsmännisch vorgetragenen Worte deckten sich wahrscheinlich nicht mit denen, die Buffon anschließend in der Kabine an seine Mannschaftskollegen richtete. Hier dürfte seine Wortwahl sehr viel derber ausgefallen sein. Der Trainer blieb während dieser Ansprache übrigens draußen. In den Zeitungen überschlagen sich die Kritiker. So meint Andrea Pirlo über Vorgänger Antonio Conte, der die Mannschaft 2016 bei der Europameisterschaft betreute: „Ein Perfektionist mit absolutem Siegeswillen. Er gehört zu den besten Trainern der Welt. 20 Minuten Videostunde mit Conte und du weißt genau, was du zu tun hast.“ Nachfolger Ventura, 69, findet der Maestro Pirlo nicht ganz so überzeugend. „Als er mit Contes System spielte, ging es noch. Gegen Mazedonien habe ich nur Konfusion gesehen.“

Foto: Imago/Gribaudi/ImagePhoto

Antonio Conte als Kandidat, auch Capello im Gespräch

Sollte Italien in den Playoffs gegen Schweden scheitern und dadurch die WM verpassen, wäre das sicherlich das Ende der Ära Ventura. Und selbst, wenn es die Mannschaft schaffen sollte, das Ticket nach Russland zu lösen ist nicht sicher, dass Ventura diese Aufgabe übernehmen wird. Einige Namen werden bereits gehandelt, wichtig natürlich für die Europameisterschaft 2020. Da wäre zum Beispiel Antonio Conte, der momentan den FC Chelsea trainiert. Laut einigen Berichten, soll er sogar derzeit der Favorit auf den Trainerposten sein. Dass es bereits erste Kontakte gegeben hat, gilt außerdem als sicheres Zeichen dafür, dass sich der Italiener beim englischen Meister nicht mehr ganz so wohl fühlt. Auch Fabio Capello steht in der engeren Auswahl. Der ehemalige Nationaltrainer Italiens und Russlands trainiert derzeit den chinesischen Verein Jiangsu Suning – und könnte nach einem halben Jahr seine Zählte schon wieder abbrechen. Gemäß „Corriere dello Sport“ hat Capello dem Technischen Direktor Walter Sabatini bereits mitgeteilt, dass er Jiangsu trotz laufendem Vertrag bis Ende 2018 bereits mit Abschluss der laufenden Saison, also noch vor Ende dieses Jahres, verlassen möchte. Für Italien?

Carlo Ancelotti?

Nicht enden wollen die Gerüchte um den ehemaligen FC Bayern Trainer Carlo Ancelotti. Ihm wird in den Schlagzeilen momentan einfach alles zugetraut: Ein Job in der Premier League, Nationaltrainer von Kroatien, Juventus Turin, AC Mailand und so weiter und so weiter. Auch die italienische Nationalmannschaft war bereits im Gespräch. Wie auch immer: Es muss wohl erst einmal abgewartet werden, ob sich Italien für die WM in Russland qualifiziert.

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