Wird Cristiano Ronaldo noch einer der Superstars bei der EURO 2020 sein?

Cristiano Ronaldo gilt als einer der besten Fußballer der Welt. Für seine Fans gibt es keinen Zweifel daran, dass er der beste aller Zeiten ist. Und auch, wenn er seine Eigenheiten hat, bei vielen Fußballfans aufgrund seiner Allüren nicht sonderlich gut ankommt, sind seine Leistungen nicht infrage zu stellen, seine Leistungsdaten sprechen für sich. Bei der Europameisterschaft 2016 gehörte er ohne Zweifel zu den Superstars des Turniers und er erfüllte sich einen großen Wunsch: Endlich ein Titel auch mit der portugiesischen Nationalmannschaft. Auf Vereinsebene hat er schon alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Wird er auch 2020 bei der Europameisterschaft wieder zu den Stars des Turniers gehören?

Ronaldo noch bis zum 36. Lebensjahr aktiv

Cristiano Ronaldo ist inzwischen 32 Jahre alt, auch für einen Mittelstürmer bereits ein gesetztes Alter. Zur Europameisterschaft 2020 wäre er somit bereits 35, normalerweise das Alter, in dem die meisten Spieler die Fußballschuhe an den Nagel hängen, es sei denn, es sind Torhüter. Sein Vertrag bei Real Madrid läuft sogar noch bis zum Juni 2021 – der Portugiese plant also in jedem Fall noch, bis zu seinem 36. Lebensjahr aktiv und professionell Fußball zu spielen. Aber gilt das auch für die Nationalmannschaft?

Die früheren Aussagen von Ronaldo bezüglich seines Karriereendes

Cristiano Ronaldo hat sich schon häufiger wegen eines nahenden Karriereendes zu Wort gemeldet. So sagte er im Oktober 2015, nachdem er seinen vierten Goldenen Schuh als bester Torschütze Europas entgegennahm, gegenüber „Marca“: „Ich möchte noch mehr gewinnen. Ich bin jetzt 30 und kann hoffentlich noch fünf oder sechs Jahre auf diesem Niveau spielen. Natürlich wird es immer schwieriger. Aber ich denke, es ist möglich.“ Das würde sich also mit dem derzeitigen Vertrag bei den Königlichen decken. Ein Jahr später sagte er, als er gerade ein neues Hotel in Lissabon eröffnete, zu den Journalisten: „Im Leben gibt es nicht nur Fußball. Und auch wenn es meine größte Leidenschaft ist, muss ich doch anfangen, an die Zukunft zu denken.“ Sein Trainer Zinedine Zidane sagte, als Ronaldo die Vertragsverlängerung im November des vergangenen Jahres unterschrieb: „Cristiano ist einzigartig. Was er erreicht hat und noch erreichen wird. Seine Absicht ist, die Karriere hier zu beenden. Ich freue mich auf die Verlängerung, weil er dann wie ich im weißen Trikot aufhören kann.“

Die Spieler hörten in der Nationalmannschaft auf, spielten aber weiter im Verein

Natürlich könnte Ronaldo damit auch 2020 noch in der portugiesischen Nationalmannschaft spielen. Allerdings gibt es auch genügend prominente Beispiele, die ihre Karrieren in den Nationalteams vorzeitig beendet haben – mit den unterschiedlichsten Begründungen. Die aktuellsten Beispiele:

  • Petr Cech (Tschechien, mit 34 Jahren): „Ich habe mich schon länger mit dem Thema beschäftigt und denke, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ich werde mich ab jetzt ganz auf meinen Verein konzentrieren“
  • Christian Fuchs (Österreich, mit 32 Jahren): „Das Spiel gegen Island war mein letztes in Rot-Weiß-Rot. Ich bin sehr stolz auf die vergangenen zehn Jahre und habe alles mit Leidenschaft gemacht.“
  • Zlatan Ibrahimovic (Schweden, mit 34 Jahren): Das Kapitel Nationalmannschaft war für ihn nach der Europameisterschaft beendet.
  • Philipp Lahm (Deutschland, mit 30 Jahren): Auch für Lahm schien nach der WM der richtige Zeitpunkt gekommen
  • Bastian Schweinsteiger (Deutschland mit 31 Jahren): Mit dem WM-Titel 2014 sei „historisch und auch emotional etwas gelungen, was sich in meiner Karriere nicht mehr wiederholen lässt. Deshalb ist es richtig und vernünftig, nun Schluss zu machen.“

Alle diese Spiele haben Gemeinsamkeiten: Sie galten als Weltklassespieler und haben nach ihren Rücktritten noch weiterhin erfolgreichen Vereinsfußball gespielt. Daher erscheint ein Rücktritt von Ronaldo aus der portugiesischen Nationalmannschaft nicht unwahrscheinlich.

Mittelstürmer spielen länger

Allerdings ist es auch gut möglich, dass Ronaldo auf einen Rücktritt verzichten wird. Denn er spielt in der Position des Mittelstürmers. Es ist allgemein üblich, dass Mittelstürmer und Torhüter die längsten Karrieren im Fußball haben. Das liegt daran, dass sie sich nicht so sehr verausgaben, wie beispielsweise ein Mittelfeldspieler oder ein Innenverteidiger. Das gilt für Spieler wie Ronaldo oder auch Lionel Messi ganz besonders: Die Spielweise eines solchen Stürmer beruht darauf, in der gegnerischen Hälfte auf gute Pässe und Bälle zu warten, die verwertbar sind. Nur sehr selten sehen wir einen Lionel Messi, einen Cristiano Ronaldo oder einen Robert Lewandowski bei einem Vorstoß des Gegners nach hinten sprinten, um der eigenen Mannschaft behilflich zu sein. Je älter diese Spieler werden, desto auffälliger wird dies.

Ronaldo und die Erfolge bei der EM

Cristiano Ronaldo hat auf internationaler Ebene bereits fast alles erreicht – nur Weltmeister ist er bislang nicht geworden. Und ob er 2018 in Russland die Chance dazu haben wird, hängt von der Qualifikation seiner Mannschaft ab, die in der Gruppe B derzeit nur auf dem zweiten Platz liegt, mit einem Rückstand von 3 Punkten auf Tabellenführer Schweiz. Im Rahmen der Europameisterschaft ist sein Erfolg überragend. Neben dem Titel konnte er mit insgesamt neun Toren in 21 Einsätzen den Torrekord von Michel Platini egalisieren und Edwin van der Sar sowie Lilian Thuram (je 16 Einsätze) als EM-Rekordspieler lösen. Es bleibt dem Portugiesen also kaum noch etwas, für das sich das Spielen bei der EM 2020 lohnt.

Macht Ronaldo Platz für die neue Generation?

Die portugiesische Nationalmannschaft verfügt in der Offensive über eine ganze Reihe an jungen Spielern, die für die EM 2020 sehr gut geeignet wären, in die großen Fußtapfen eine Cristiano Ronaldo zu treten. Da wären zum Beispiel

  • Bernardo Silva (Manchester City)
  • Goncalo Guedes (FC Valencia)
  • André Silva (AC Mailand)
  • Gelson Martins (Sporting Lissabon)

Es gäbe also auch gute Gründe für den Superstar, im Interesse seines Landes den Rücktritt aus der Nationalmannschaft vor der Europameisterschaft zu erwägen.

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