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BTTS-Wetten erklärt: Tipps und Strategien

Von Pavel6. Oktober 2026
BTTS-Wetten erklärt: Tipps und Strategien

Wer BTTS-Wetten abgibt, will zwei Dinge wissen: ob in einer bestimmten Partie beide Teams treffen oder eine Seite ohne Tor bleibt, und ob die Quote für Ja oder Nein zu dieser Einschätzung passt. Beides lässt sich vor dem Anpfiff begründen, mit den Werten der beiden Mannschaften und mit einer kurzen Rechnung an den Quoten. Hier erfährst du, wie du Beide Teams treffen Wetten richtig einsetzt und wann sie sich besonders lohnen.

Die Grundlagen von BTTS-Wetten

BTTS steht für „Both Teams To Score“, weshalb BTTS-Wetten im Deutschen auch Beide Teams treffen Wetten heißen. Du tippst auf Ja, wenn jede der beiden Mannschaften mindestens ein Tor erzielt, und auf Nein, wenn mindestens eine von ihnen ohne Treffer bleibt. Wer gewinnt und wie viele Tore fallen, ändert daran nichts: 1:1 und 4:3 bringen Ja, 0:0 und 5:0 bringen Nein. Für jede Seite zählt also nur ihr erstes Tor, und deine Einschätzung fragt bei jeder Mannschaft allein, ob sie dieses eine Tor schafft.

Damit Ja gewinnt, müssen zwei Dinge zugleich eintreten: Die eine Mannschaft trifft, und die andere trifft auch. Die Tore beider Seiten fallen weitgehend unabhängig voneinander, ein Treffer der einen macht ein Tor der anderen also weder wahrscheinlicher noch unwahrscheinlicher. Die Chance auf Ja erhältst du deshalb, wenn du die Torchancen beider Mannschaften miteinander malnimmst, und sie ist nie höher als die kleinere der beiden. Deine Einschätzung beginnt darum bei der Mannschaft, der du ein Tor weniger zutraust: Ihre Torchance ist die Obergrenze für Ja. Selbst ein Gegner, der fast sicher trifft, sorgt nicht dafür, dass auch sie ein Tor erzielt.

Wie oft trafen in den Top-5-Ligen 2025/26 beide Teams?

In der Saison 2025/26 trafen in der Bundesliga in 189 von 306 Spielen beide Teams, das sind 62 Prozent und mehr als in jeder anderen der Top-5-Ligen. Am seltensten kam es in der Serie A vor, mit 172 von 380 Spielen oder 45 Prozent; dort ging in mehr als der Hälfte der Partien Nein auf. Premier League, LaLiga und Ligue 1 lagen dazwischen. Der Anteil einer Liga ist der Ausgangswert, bevor du die beiden Mannschaften ansiehst: In der Bundesliga war Ja der Normalfall, in der Serie A war es Nein, und wer dort auf Ja setzt, braucht in den Werten der beiden Mannschaften einen klaren Grund dafür.

Liga

Spiele

Beide trafen

Anteil

Bundesliga

306

189

61,8 %

LaLiga

380

215

56,6 %

Premier League

380

213

56,1 %

Ligue 1

305

155

50,8 %

Serie A

380

172

45,3 %

So analysiert man Mannschaften für BTTS-Wetten

Ob eine Mannschaft trifft, hängt an zwei Dingen: wie viel Torgefahr sie selbst erzeugt und wie viel ihr Gegner zulässt. Du liest deshalb für jede Seite ihren Angriff gegen die Abwehr des Gegners und kommst so zu zwei getrennten Schätzungen, einer je Mannschaft. Die niedrigere davon trägt die Wette, und auf sie verwendest du die meiste Sorgfalt.

Expected Goals: wie viel Torgefahr eine Mannschaft erzeugt

Expected Goals bewerten jeden Abschluss mit einem Wert zwischen null und eins, je nachdem, wie oft ähnliche Abschlüsse früher zu einem Tor geführt haben. Zusammengezählt und auf 90 Minuten gerechnet zeigen sie, wie viele Tore die Chancen einer Mannschaft in einem Spiel im Schnitt wert waren.

Eine in PLOS One veröffentlichte Studie über alle Ereignisse in den Spielen der Top-5-Ligen kam zu dem Ergebnis, dass Expected Goals die Stärke einer Mannschaft besser abbilden als Schüsse und als Tore. Der Grund ist die Häufigkeit: Ein Schuss kommt sehr viel öfter vor als ein Tor, deshalb fängt ein Maß aus vielen Abschlüssen den Zufall besser auf als eines aus wenigen Toren. Für Beide Teams treffen Wetten heißt das: Hat eine Mannschaft zuletzt kaum getroffen, sich aber gute Chancen erspielt, ist ihr ein Tor eher zuzutrauen, als ihre Torbilanz vermuten lässt. Dasselbe gilt für den Anteil der Spiele, in denen sie ohne eigenes Tor blieb. Er beruht ebenfalls auf Toren und kennt je Spiel nur Ja oder Nein, stützt sich also auf noch weniger Ereignisse. Nimm ihn höchstens als Gegenprobe und verlass dich bei einem Widerspruch auf die Expected Goals.

A. Heuer und C. Müller von der Universität Münster haben für die Bundesliga gezeigt, dass sich die Tore jeder Mannschaft in guter Näherung als eigener Poisson-Prozess beschreiben lassen, mit einem Erwartungswert, der schon vor dem Anpfiff feststeht. Diesen Erwartungswert schätzt du mit den Expected Goals. Unter der Annahme unabhängiger Tore beträgt die Chance, dass eine Mannschaft mindestens einmal trifft, nach der Poisson-Verteilung 1 − e^−x, wobei x für ihre erwarteten Tore steht.

Erwartete Tore

Chance auf mindestens ein Tor

0,5

39 %

0,75

53 %

1,0

63 %

1,5

78 %

2,0

86 %

2,5

92 %

Im unteren Bereich verändert jedes Zehntel erwarteter Tore die Torchance deutlich, im oberen kaum noch: Zwischen 2,0 und 2,5 erwarteten Toren steigt sie um 6 Prozentpunkte, zwischen 0,5 und 1,0 um 24. Bei der Seite mit den geringeren erwarteten Toren wirkt sich ein Fehler in der Schätzung deshalb immer stärker aus als beim Gegner. Bei ihr lohnt sich die genaueste Arbeit, beim Gegner verändert ein Zehntel mehr oder weniger das Ergebnis kaum.

Was der Gegner zulässt

Dieselbe Rechnung gibt es für die Abwehr. Expected Goals Against zählen zusammen, was die Abschlüsse wert waren, die eine Mannschaft ihren Gegnern erlaubt hat. Sie zeigen, wie leicht sie ein Tor hergibt, und sind aus demselben Grund verlässlicher als Gegentore oder die Zahl der Spiele zu null.

Für die Torchance einer Mannschaft in einer bestimmten Partie nimmst du ihre Expected Goals und die Expected Goals gegen ihren Gegner zusammen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, ist die Schätzung klar. Erzeugt die Mannschaft viel und lässt ihr Gegner wenig zu, landet die Schätzung zwischen beiden Werten. Bleibt ihre Torchance danach unter der des Gegners, setzt sie die Grenze für Ja.

Heimspiel oder Auswärtsspiel

Ahmet Cemek und David Gillman vom New College of Florida haben Spiele der fünf großen europäischen Ligen Minute für Minute ausgewertet. Im eigenen Stadion kam eine Mannschaft durchweg zu mehr Schüssen und Ecken, der Unterschied war aber eher klein. Für deine Schätzung genügt deshalb eine leichte Korrektur: etwas mehr Torchance für die Gastgeber, etwas weniger für die Gäste. Wer stattdessen nur Heimspiele oder nur Auswärtsspiele auswertet, hat halb so viele Spiele und gibt dem Zufall wieder mehr Gewicht, den die Expected Goals gerade auffangen. Bleib deshalb bei den Werten aller Spiele und verschiebe sie nach dem Spielort nur ein wenig. Am meisten zählt diese Korrektur, wenn die Seite mit der geringeren Torchance auswärts antritt.

Wie Kräfteverhältnis und Spielstand die Torchancen verschieben

Je weiter die Siegchancen beider Seiten vor dem Anpfiff auseinanderliegen, desto mehr Schüsse und Ecken hat die stärkere Mannschaft; auch das haben Cemek und Gillman gemessen. Bei BTTS-Wetten macht das vor allem das Tor des Favoriten sicherer. Ja hebt es kaum, weil Ja am Außenseiter hängt. In einer Partie mit klarem Favoriten bleibt deshalb fast nur eine Frage übrig, nämlich ob der Außenseiter sein Tor schafft, und an ihr entscheidest du die Wette.

Mit dem ersten Tor ändert sich das Spiel. Je höher eine Mannschaft führt, desto weniger Schüsse und Ecken hat sie, und gegen Ende der zweiten Halbzeit wird die zurückliegende Mannschaft aktiver, während die führende zurückhaltender spielt. Für die Wette hat die Seite, die getroffen hat, ihren Teil erledigt. Offen ist nur noch das Tor der anderen, und die liegt hinten. Ja hängt dann daran, ob sie den Druck, den sie zum Ende hin aufbaut, noch in ein Tor umsetzt. Bei der Seite mit der geringeren Torchance zählt für deine Schätzung deshalb, wie gefährlich sie wird, wenn sie hinten liegt.

Genau diese Phasen lassen die Mannschaft allerdings besser aussehen, als sie ist. Cemek und Gillman rechnen einer Mannschaft Schüsse und Ecken aus einem Rückstand geringer an, weil der Spielstand solche Abschlüsse ohnehin fördert. Eine Mannschaft, die oft hinten lag, verdankt einen Teil ihrer Abschlüsse und Expected Goals also dem Spielstand und nicht ihrer Stärke. Ziehst du bei einer solchen Mannschaft gedanklich etwas von ihren Werten ab, bevor du ihre Torchance schätzt, liegst du näher an ihrer tatsächlichen Stärke.

Ein Platzverweis wirkt deutlich: Danach hat die Mannschaft in Unterzahl erheblich weniger Schüsse und Ecken. Trifft es die Seite, die noch ohne Tor ist, sinkt ihre Chance auf genau den Treffer, an dem Ja hängt, und Nein rückt näher. Hat die Mannschaft in Unterzahl schon getroffen, ändert der Platzverweis an ihrem Teil der Wette nichts mehr.

Nein bei BTTS-Wetten: torloses Unentschieden und Sieg zu null

Nein gewinnt mit jedem Ergebnis, in dem eine Seite leer ausgeht: mit dem 0:0 und mit jedem Sieg zu null, ob 1:0 oder 4:0 und gleich für welche Mannschaft. Diese beiden Wege verlangen ganz unterschiedliche Partien. Ein 0:0 braucht zwei Mannschaften, die wenig erzeugen und wenig zulassen; ein Sieg zu null braucht eine Seite, die trifft, und eine, die es nicht schafft. Vor einer Wette auf Nein klärst du deshalb zuerst, welchen der beiden Wege die Partie hergibt, denn davon hängt ab, welche Werte du prüfst.

Für das 0:0 sprechen niedrige Expected Goals auf beiden Seiten. Dazu kommt ein Befund, den die Rechnung mit unabhängigen Toren nicht enthält: Heuer und Müller fanden kleine Abhängigkeiten zwischen den Toren beider Mannschaften, durch die mehr Spiele unentschieden enden, als es bei völlig unabhängigen Toren der Fall wäre. Den größten Teil davon macht das 0:0 aus, das um mehr als 20 Prozent häufiger vorkommt. Wer die Chance auf Ja aus den Torchancen beider Seiten nach der Poisson-Verteilung berechnet, unterschätzt also das 0:0 und damit Nein. In Partien, in denen beide Seiten wenig Tore erwarten lassen, legst du auf deine Schätzung für Nein deshalb noch etwas drauf.

Der Sieg zu null ist der Weg der ungleichen Partien. Für ihn sprechen niedrige Expected Goals der schwächeren Seite, ein Gegner, der wenig zulässt, und ein großer Abstand in den Siegchancen. Geht der Favorit in Führung, hilft ihm sein eigenes Verhalten: Eine führende Mannschaft stellt eher auf Absicherung um, weil sie den Vorsprung und die drei Punkte halten will, und gegen Ende des Spiels wird sie noch zurückhaltender. Dass sie dabei selbst weniger schießt, kostet Nein nichts, denn ihr Tor ist schon gefallen. Dagegen arbeitet allein der Druck der zurückliegenden Mannschaft in der Schlussphase. Weil ein klarer Favorit sehr wahrscheinlich trifft, ist Nein in einer solchen Partie fast dieselbe Wette wie die Frage, ob der Außenseiter leer ausgeht, und deine Schätzung für Nein ist dort ungefähr das, was von seiner Torchance bis 100 Prozent fehlt.

Welche Abwandlungen von BTTS-Wetten gibt es?

BTTS-Wetten gibt es auch für eine einzelne Halbzeit und in Verbindung mit einer zweiten Bedingung. Bei der Wette auf eine Halbzeit müssen beide Teams in genau dieser Halbzeit treffen; ein Tor aus der anderen Hälfte zählt nicht. Weil jede Seite dafür nur die halbe Spielzeit hat, ist Ja deutlich unwahrscheinlicher als über 90 Minuten. Nach der Pause fallen mehr Tore als davor und bei schwächeren Mannschaften ist das noch ausgeprägter, deshalb ist Ja in der ersten Halbzeit die schwerere Wette.

Bei der Verbindung mit dem Sieger tippst du darauf, dass beide Teams treffen und eine bestimmte Mannschaft gewinnt: Ein 2:1 für sie bringt die Wette, ein 1:1 oder ein 2:0 nicht. Bei der Verbindung mit der Zahl der Tore kommt zu Ja eine Mindestzahl an Toren hinzu; Ja allein liefert schon zwei Tore, jede höhere Vorgabe verlangt weitere. Eine Verbindung ist nie wahrscheinlicher als ihr unwahrscheinlicherer Teil, und sie lohnt sich nur, wenn du für die zweite Bedingung einen ebenso guten Grund hast wie für Ja.

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Über den Autor

Pavel

Pavel ist seit sieben Jahren in der Welt der Sportwetten und Online-Casinos aktiv. In dieser Zeit hat er ein sicheres Gespür dafür entwickelt, welche Anbieter wirklich halten, was sie versprechen – und welche nicht. Auf Europameisterschaft.com bewertet er Wettanbieter und Casinos auf Basis eigener Erfahrungen: von der Quotentiefe über Bonusbedingungen bis hin zu Auszahlungsgeschwindigkeit und Kundenservice. Wer seine Texte liest, bekommt keine Hochglanzwerbung, sondern ehrliche Einschätzungen aus der Praxis.

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